Schenklengsfelder Parlament unterstützt Erweiterung des Windparks Eichberg

Platz für größere Rotoren

Modernisierung geplant: Windpark auf dem Eichberg bei Schenklengsfeld. Foto: z

Schenklengsfeld. Die Gemeindevertretung von Schenklengsfeld hat einstimmig beschlossen, planungsrechtlich den Weg frei zu machen für eine Vergrößerung des Windkraft-Vorranggebietes am Eichberg um 55 Hektar nach Osten.

Dazu musste bisher ein Zielabweichungsverfahren zum Regionalplan Nordhessen eingeleitet werden. Denn dort ist die betreffende Fläche noch nicht für Windkraftanlagen vorgesehen. Welche Auswirkungen das aktuelle Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichts auf das weitere Verfahren hat, muss noch geklärt werden. Das Gericht hatte aus grundsätzlichen Erwägungen alle Windkraftflächen im Regionalplan für ungültig erklärt (siehe HZ vom Freitag).

Hintergrund der Schenklengsfelder Initiative ist der Wunsch der Windpark Eichberg GmbH, vier bestehende Windräder am Eichberg aus dem Jahr 1998 abzubauen und sie durch fünf moderne, größere Propeller zu ersetzen.

Die neuen Rotoren haben einen Durchmesser von 101 Metern gegenüber 43 Metern bei den bisherigen Anlagen, die Gesamthöhe beträgt 185 Meter (bisher: 85 Meter). Damit sich diese größeren Propeller nicht gegenseitig ins Gehege kommen, müssen sie weiter entfernt voneinander aufgestellt werden. Deshalb wird mehr Fläche benötigt. Das bisherige Windkraftgelände am Eichberg umfasst eine Fläche von 45 Hektar.

Der Austausch der Windräder hat eine größere Stromausbeute zur Folge: Statt wie bisher jährlich rund 3,4 Megawattstunden könnten mit den größeren Rotoren, die an getriebelose Generatoren angeschlossen sind, über 40 Megawattstunden erzeugt werden.

Mehr Steuern

Dadurch würde die Gemeinde auch mehr Gewerbesteuer verdienen – ein Aspekt, den sowohl SPD-Sprecherin Yvonne Kuhn-Reinhard als auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Udo Wagner in der Gemeindevertretersitzung würdigten.

FWG-Vertreter Bernd Bolz sagte, er habe schon bei der Einrichtung der Windkraftfläche gesagt, dass er lieber auf Windmühlen als auf Kühltürme schaue.

In der 11. Änderung des Schenklengsfelder Flächennutzungsplans, die 2005 vom Regierungspräsidium genehmigt wurde, ist die Windkraft-Erweiterungsfläche südlich des Hofs Thalhausen bereits ausgewiesen.

Zur Vorbereitung des Abweichungsverfahrens wurde der Vogelbestand am Eichberg durch Ornithologen untersucht und als unproblematisch für die Erweiterung bewertet. Die Kosten des Abweichungsverfahrens trägt der private Betreiber der Windräder. (z)

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