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Sie malt für Heringen

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Ute Brinkmann malt Hedy Lamarr: Das überdimensionale Porträt der österreichisch-amerikanischen Schauspielerin gehört zum Zyklus „Frauen regieren die Welt“, der ab 5. März im Heringer Kalimuseum gezeigt werden soll. Foto: nh
Ute Brinkmann malt Hedy Lamarr: Das überdimensionale Porträt der österreichisch-amerikanischen Schauspielerin gehört zum Zyklus „Frauen regieren die Welt“, der ab 5. März im Heringer Kalimuseum gezeigt werden soll. Foto: nh

Heringen. Ute Brinkmann hält es mit ihrer Kunst wie ein guter Koch mit den Zutaten: Wenn sie eine Ausstellung ihrer Bilder plant, muss alles möglichst frisch sein. Deshalb arbeitet sie zurzeit auch noch in ihrem Atelier in Bad Hersfeld an den Gemälden, die ab Samstag, 5. März, unter dem Titel „Frauen regieren die Welt“ im Werra-Kalibergbau-Museum in Heringen gezeigt werden sollen.

Den Titel hat Ute Brinkmann von einem Lied Roger Ciceros entliehen: „Ein lasziver Blick und schon ändert sich deine Politik“, heißt es im Text, „Kein Boss und kein Actionheld, kein Staat und kein Mafiageld – Frauen regieren die Welt“.

Die rund 1,60 Meter hohen Frauenporträts in Öl, die im Heringer Museum hängen werden, zeigen deshalb auch nicht vordergründig mächtige Frauen aus Wirtschaft und Politik. Die Bilder sollen eine Hommage an die Frauen sein, die ihren Weg gegangen sind in einer immer noch stark männlichen und männerorientierten Welt.

Star mit Physikkenntnissen

Zu sehen sein wird unter anderem Hedy Lamarr (1914-2000), aus Wien stammende Kult-Schauspielerin der dreißiger und vierziger Jahre in Hollywood, von der kaum jemand weiß, dass sie auch physikalische Ambitionen hatte. Gemeinsam mit einem Partner entwickelte sie das Verfahren des gleichzeitigen Frequenzsprungs, das heute in der drahtlosen Kommunikation eingesetzt wird. Damals war es allerdings für störungsfreie Torpedo-Fernsteuerungen gedacht. „Erotische Ausstrahlung und Schönheit stehen nicht im Widerspruch zu erfolgreichen und klugen Frauen“, sagt Brinkmann.

Frauen, die in der Lage seien, die Welt zu beeinflussen, seien nicht zwangsläufig Mannsweiber oder graue Mäuse, betont Brinkmann. Frauen regierten oft durch Klugheit und Schönheit, durch die subtile Beeinflussung ihrer Umwelt statt durch Macht. Deswegen malt sie auch die Sängerin und Schauspielerin Madonna – „sie ist so eine Powerfrau!“

Idee und Handwerk

Ute Brinkmann arbeitet immer gern auf ein Thema hin. Eine Idee zu finden, mache etwa zehn Prozent eines künstlerischen Projekts aus, sagt sie, „der Rest ist dann Handwerk.“ Unter dieser Voraussetzung nähert sie sich ihren selbst gestellten Aufgaben stilistisch unbefangen. „Wenn mir jemand sagt, ich kann nicht malen, dann antworte ich: Ich auch nicht – aber ich mach’s einfach“, verrät die Künstlerin.

Die Ausstellung in Heringen wird mit einer Vernissage am Freitag, 4. März, ab 20 Uhr im ersten Stock des Kalimuseums eröffnet. Bei dieser Gelegenheit wird Gerrit Fiedler aus Bad Hersfeld eine Einführung in Ute Brinkmanns Werk geben. Die Bilder werden dann bis zum 29. Mai in Heringen zu sehen sein – dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Peter Lenz

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