Die Linde im Mittelpunkt: Dorfabend der Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld

Musikalisch: Ulrike Stang-Bein und Werner Henkel mit der Drehorgel auf dem Weg zur Bühne im Schenklengsfelder Bürgerhaus. Fotos: Landsiedel

Schenklengsfeld. Die 1200 Jahre alte Linde, Deutschlands ältester Baum, stand diesmal im Mittelpunkt des traditionellen Dorfabends der Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld. Einmal mehr präsentierten die zahlreichen Aktiven am Samstag- und Sonntagabend ein abwechslungsreiches Programm mit zünftiger Musik, volkstümlichen Liedern, farbenfrohen Volkstänzen und – wie könnte es auch anders sein –„Laenschelder“ Platt im Schenklengsfelder Bürgerhaus.

Unter der bewährten Leitung von Gerald Bock sorgten die kleine und die große TVG-Kapelle im nahezu vollbesetzten Saal des Bürgerhauses – unter den Gästen auch Schenklengsfelds Bürgermeister Stefan Gensler und der ehemalige Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt – von Anfang an für Stimmung. Klaus Weimar zeichnete für die Liedbeiträge des TVG-Chors verantwortlich; die Tanzeinlagen hatte Dieter Piotrowski einstudiert. Es folgte eine lockere Abfolge von schmissigen Musikstücken, Chorgesang, schwungvollen Volkstänzen und Mundartbeiträgen, die vom begeisterten Publikum mit reichlich Zwischenapplaus belohnt wurden.

Wie in jedem Jahr trafen sich auch diesmal Ulrike Stang-Bein sowie Peter und Werner Henkel am „Melchbock“, um lokale Ereignisse, aber auch die Weltpolitik auf die Schippe zu nehmen. Ob Industrie 4.0, Gruselclowns, der US-Wahlkampf oder das Asbacher Backhaus ohne Backofen, alles wurde mit Landecker Bauernschläue analysiert und durch den Kakao gezogen.

So kam das Trio auf die Idee, dass die neuen Stufen zum sogenannten „Hyde-Park“ vor dem Rathaus groß genug seien, um dort Domfestspiele wie in Erfurt zu veranstalten. Auch dass der örtliche Gesangverein einen neuen Chorleiter sucht, blieb nicht unkommentiert: „Die brauchen doch keinen Doktor aus Kassel zu holen, die können doch den Heinrich aus Hersfeld nehmen, der ist sogar Professor“. Für die im nächsten Jahr anstehende Bürgermeisterwahl wurde gar Donald Trump als Kandidat ins Spiel gebracht.

Ob die ein oder andere verquere Idee vielleicht dem Schnaps geschuldet war, den Peter Henkel zum 44. Jubiläum der „Geschwaetzer oam Melchbock“ in seiner Milchkanne versteckt hatte?, wer weiß. Zum Abschluss drehte sich noch einmal alles um „onser alle Leng“. Werner Henkel hatte eigens für die uralte Linde – das Schenklengsfelder Wahrzeichen – einige neue Lieder komponiert und trat gemeinsam mit Ulrike Stang-Bein als Moritatensänger auf. Nicht nur dafür gab es immer wieder stürmischen Applaus.

Von Thomas Landsiedel

Dorfabend in Schenklengsfeld

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