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Von Liebe und Heimkehr

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Lagerfeuer-Romantik: Die neueste Produktion der Heringer Theater-AG spielt mit bekannten Elementen der dörflichen Jugendkultur und mit Symbolen wie dem Baum, der für die Wurzeln des Individuums steht. Ganz vorn an der Bühnenrampe der zehnjährige Niclas Schneider, jüngstes Mitglied des Ensembles. Fotos: z
Lagerfeuer-Romantik: Die neueste Produktion der Heringer Theater-AG spielt mit bekannten Elementen der dörflichen Jugendkultur und mit Symbolen wie dem Baum, der für die Wurzeln des Individuums steht. Ganz vorn an der Bühnenrampe der zehnjährige Niclas Schneider, jüngstes Mitglied des Ensembles. Fotos: z

Heringen. Die quirlige Kirmes-Geräuschkulisse erstirbt langsam, als Jan, der heimgekehrte Zimmermannsgeselle, seiner Marie auf der Brücke ein Ständchen zur Gitarre singt, angestrahlt vom Mondlicht des Scheinwerferkegels. Es geht um Paarbeziehungen in dieser neuesten Produktion der Theater-AG an der Heringer Werratalschule, im übertragenen Sinn auch um Wurzeln und um Brücken zwischen den Menschen.

Selbst geschrieben

Unter der Regie ihrer Lehrerin Carmen Knoth haben sich die jungen Leute diesmal nicht an einen Bühnenklassiker gewagt, sondern sich ihr Stück selbst geschrieben: „Beziehung(s)weise“ schildert die Begegnung von Paaren und den Lauf der Zeit, Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ liefert die musikalische Klammer dazu.

Seit dem Schulbeginn nach den Weihnachtsferien probt das 19-köpfige Ensemble intensiv in der Aula der Werratalschule, wo diesmal auch die öffentlichen Aufführungen stattfinden werden.

Die Truppe habe sich deutlich verjüngt, erzählt Barbara Knoth, gleich sieben erprobte Theaterspieler haben mit dem Abitur die Schule verlassen. Auch deshalb hat man darauf verzichtet, sich mit Kleist, Schiller oder Dürrenmatt auseinanderzusetzen.

In „Beziehung(s)weise“ spielen sich die Schülerinnen und Schüler gewissermaßen selbst in der schwierigen Phase von Partnersuche und Abnabelung, in der vertraute Rituale Halt geben können. Blasmusik und Tanzeinlagen sorgen dafür, dass das breite musische Angebot der Schule zur Geltung kommt.

Als Benjamin des Ensembles ist der erst zehn Jahre alte Niclas Schneider aus der fünften Klasse mit von der Partie – schließlich hat eines der Paare auch ein Kind, das heranwächst.

Bewährte Helfer und Förderer der Theater-AG haben wieder wichtige Elemente zu Kostümfundus und Kulissen beigesteuert. Neben der symbolbefrachteten Brücke gibt es einen richtigen Kiosk, aus dem die Bierhumpen gereicht werden, einen Baum und Bänke. Ton- und Lichttechnik besorgen die Schüler selbst.

Uraufführung am Freitag

Die Uraufführung von „Beziehung(s)weise“ findet am Freitag dieser Woche ab 19.30 Uhr in der Aula der Werratalschule statt. Eine zweite Aufführung ist für Sonntag, 24. Januar, ebenfalls ab 19.30 Uhr vorgesehen.

Von Peter Lenz

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