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Hier ist Radio Landeck

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Die Macher von Radio Landeck: Johannes Hesse (links) fährt die Sonntagssendung von seinem Heimstudio in der Hersfelder Straße aus und kramt für seine Hörer in der Plattenkiste. Hörfunk-Profi Hans Karl Schmidt (rechts) bereitet an seinem Aufnahmeplatz zu Hause eine Mischung aus Plauderei, Poesie und Musik vor. Fotos: nh
Die Macher von Radio Landeck: Johannes Hesse (links) fährt die Sonntagssendung von seinem Heimstudio in der Hersfelder Straße aus und kramt für seine Hörer in der Plattenkiste. Hörfunk-Profi Hans Karl Schmidt (rechts) bereitet an seinem Aufnahmeplatz zu Hause eine Mischung aus Plauderei, Poesie und Musik vor. Fotos: nh

Schenklengsfeld. „Hier ist Radio Landeck“, tönte es am vergangenen Sonntag kurz nach zehn Uhr aus den Computer-Lautsprechern, die rechtzeitig eingeschaltet worden waren. Die Stimme klang älteren Semestern irgendwie vertraut. „Mein Name ist Hans Karl Schmidt, die Technik besorgt Johannes Hesse.“

Richtig, das war doch der Hans Karl Schmidt, genannt Atze, jahrzehntelang Dampfplauderer und Discjockey auf Deutschlands Radiowellen, besonders im Hessischen Rundfunk, mit typischem Berliner Akzent.

Schenklengsfeld-Portal

Atze geht mit der Zeit. Kurz vor seinem 80. Geburtstag macht der multimedial tätige Unruheständler wieder Radio – übers Internet. Gemeinsam mit seinem Freund Johannes Hesse betreibt er seit einigen Jahren das nicht kommerzielle Internetportal www.schenklengsfeld.info. Dessen Startseite ziert seit kurzem ein stilisiertes Männchen mit Mikrofon. Wer darauf klickt, landet bei Radio Landeck. Untertitel: „Das Dampfradio aus dem Landecker Amt – ein Premium-Produkt für die positiven Töne.“

Radio Landeck sendet bisher allerdings nur sonntags ab 10 Uhr bis etwa 15 Uhr. Ab 18 Uhr wird das Programm noch einmal in Ausschnitten bis 20 Uhr wiederholt. Bisher jedenfalls – die Sendestruktur ist flexibel und ausbaufähig.

Ein besonderes Format

„Wir können beweisen, dass dieses Radio etwas hat, was man in der aktuellen Radiolandschaft vermisst“, erklärt Hans Karl Schmidt. Es ist das Format der personalisierten Radioshow, individuell gestaltet vom Moderator mit ausgewählter Musik und viel direkter Höreransprache.

Hesse, gelernter Werkzeugmacher im Vorruhestand und in der Medienbranche begeisterter Autodidakt, besorgte die Radio-Software und richtete sie auf seinem Computer ein. Nach ein paar technischen Testsendungen ging Radio Landeck am vergangenen Sonntag offiziell in Betrieb.

E-Mails aus Übersee

Hesse ist begeistert von der Resonanz: Rund ein Dutzend E-mails von Hörern ging schon während der Sendung ein, darunter Stimmen aus den USA und aus Australien, Menschen, die unter dem Stichwort „Schenklengsfeld“ das Internet durchsucht hatten.

Tragende Säule des Programms ist die Sendung „Atze und Co“ von und mit Hans Karl Schmidt. Sie passt zum gemütlichen Sonntagsfrühstück oder zum Träumen vor dem Kamin, mit viel Musik fürs Gefühl, besinnlichen und heiteren Gedichten und knarzenden Klassikern der Hörfunkunterhaltung. Da meldet sich der Reporter vor Ort vom Tanztee im Seniorenheim Abendfrieden, der Moderator klatscht beim spanischen Flamenco den Takt mit und bestellt bei der Regie einen Malzkaffee.

„Atze“ Schmidt bereitet diese Sendung mit Hilfe seines unerschöpflichen Archivs an Tonträgern an seinem Schnittplatz zu Hause vor. Hesse steuert mit „Johannes’ Kramladen“ eine Mischung aus Oldies und aktuellen Schlagern bei, in der auch Hörerwünsche erfüllt werden, so weit sich die Titel in der Plattenkiste finden lassen. Am morgigen Sonntag will er eine ganze Stunde Elvis Presley widmen.

Als dritter im Bunde liefert der TV- und Hörfunkproduzent Mathias Welp aus Kassel eine Vinylplatten-Parade zu.

Trotz des hohen technischen und kreativen Einsatzes lässt sich mit Radio Landeck kein Geld verdienen. „Spaß an der Freude“ nennt Johannes Hesse als Motivation für das unkonventionelle Programm

Von Peter Lenz

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