Deutsch-französisches Freundschaftsfest an der Werratalschule mit Gästen aus Rombas

Heiterer Kulturvergleich

Typisch deutsch, typisch französisch: Während der deutsche Angestellte (links) sofort in die Tasten haut, packt der französische Arbeitnehmer (mit Baskenmütze) erst einmal genüsslich sein Frühstück aus. Ganz rechts Lehrer Claus Heymann, der die schauspielernden Schüler als Tontechniker unterstützte. Fotos: z

Heringen. Was ist typisch deutsch, typisch französisch aus der Sicht des jeweiligen Nachbarn? Schülerinnen und Schüler der Heringer Werratalschule und des Lycée Julie Daubié aus der französischen Partnerstadt Rombas nahmen die Klischees im Programm eines gemeinsam gestalteten Freundschaftsfestes am Donnerstagabend mit Humor und Spielfreude aufs Korn.

Vor einem gut gelaunten Publikum aus Lehrern, Eltern und Mitschülern in der Aula der Werratalschule wurden französische Frühstücksmuffel und deutsche Putzteufel in Szene gesetzt, und der Chor der französischen Gäste sang auf deutsch das Lied einer frustrierten Französin in Berlin: „Aurélie, so klappt das nie, du erwartest viel zu viel – die Deutschen flirten sehr subtil.“

Bayrischer Sprachkurs

Wer als Franzose Deutsch in der Schule gelernt hat, kann noch lange nicht bayrisch sprechen und braucht einen Sonderlehrgang. Den organisierte eine Werratal-Schülerin, die das oberbayrische Idiom vollendet beherrscht.

Lehrerin Stéphanie Marconato aus Rombas und ihr Kollege Christian Spaeth wurden auf die Bühne gebeten, um Zungenbrecher wie „Oachkoatzlschwoaf“ (Eichhörnchenschwanz) zum Besten zu geben. Das gelang den beiden Franzosen mindestens so gut wie ihren (hoch-)deutschen Kollegen Andrea Völker und Werner Bachelier.

Das Freundschaftsfest, das eine knappe Woche deutsch-französischer Begegnung in der Schule abschloss, stand diesmal im Zeichen des dreißigjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Heringen-Rombas.

Fotos von früher

Die jungen Leute zeigten deshalb zum Auftakt alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus längst vergangenen Jahrzehnten, als mit der Freundschaft zwischen den Radfahrvereinen in Rombas und Wölfershausen der Grundstein für die spätere kommunale Verschwisterung gelegt wurde. Der heute hochbetagte Radsport-Pionier Herbert Herrigt gehörte ebenso zu den Gründervätern der Partnerschaft wie die früheren Bürgermeister Georg Schäfer (Heringen) und Marcel Jehl (Rombas), die auf den alten Fotos auftauchten.

Einladung zum Stadtfest

Der aktuelle Bürgermeister Hans Ries nutzte die Gelegenheit, alle Anwesenden zum Stadt- und Museumsfest im Juni einzuladen, wenn der runde Geburtstag der Städtefreundschaft offiziell gefeiert werden soll. Die Stadt Heringen hatte den jungen französischen Gästen während ihres Aufenthalts in Heringen je einen Besuch im Kali-Museum und im neuen Hallenbad spendiert.

Stracke hessische Würste und Salzkristalle gab der stellvertretende Leiter der Werratalschule, Gerhard Ferenszkiewicz, seinen französischen Kollegen als Abschiedsgeschenk mit auf den Weg, ehe der offizielle Teil des Festes nach zwei Stunden beendet wurde. Anschließend wurde das Buffet gestürmt, das dank der Spendierfreudigkeit der Elternschaft ausgesprochen reichhaltig ausgefallen war.

Hintergrund

Von Peter Lenz

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