Mansbacher Arhöna-Team plant einen „Gnadenhof“ und sucht dafür Paten und Sponsoren

Heim für alte und kranke Pferde

Von Arthrose geplagt: Die 29 Jahre alte Stute Harpy, Mutter von acht Fohlen, verbringt ihren Lebensabend auf dem Arhöna-Pferdehof in Mansbach.

Mansbach. „Eigentlich sind das klassische Todeskandidaten“, beschreibt Arhöna-Geschäftsführer Heiko Steinmann die sechs alten und kranken Pferde, die gegenwärtig auf dem Reiterhof in Mansbach ihr Gnadenbrot erhalten.

Weil es aber der Arhöna-Philosophie widerspricht, die lahm gewordenen vierbeinigen Partner dem Pferdemetzger zu überantworten, plant das Team schon seit einiger Zeit, auf dem weitläufigen Gelände des Pferdezentrums einen Gnadenhof einzurichten – nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für Pferdebesitzer aus der Region.

Allerdings hat das Projekt auch seine finanzielle Seite. Deshalb sollen Paten und Sponsoren gewonnen werden.

„Es geht nicht darum, dass man ein paar Pferde herumstehen und verwahrlosen lässt“, sagt Arhöna-Mitarbeiterin Josefine Leyh, die sich um den Gnadenhof kümmert. Die zum Teil schwer kranken Tiere benötigten medizinische Betreuung und spezielles Futter sowie einen eigenen Stall, und sie müssten im Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegt werden.

Kein wirtschaftlicher Ansatz

„Es gibt eine Faustregel: 110 Euro pro Monat kostet ein Pferd, ohne Arbeitsleistung“, erläutert Heiko Steinmann. Und bei dem Projekt Gnadenhof gebe es keinerlei wirtschaftliche Ansätze. „So etwas geht nur über eine Art Stiftung.“

Deshalb hat er bereits unter den zahlreichen Urlaubern, die Jahr für Jahr den Reiterhof in der Vorderrhön aufsuchen, für die Idee einer Patenschaft geworben. Erste Namen stehen auf einer Interessentenliste.

Als zweites Standbein für den Gnadenhof könnte er sich eine Firma als Mäzen oder Sponsor vorstellen, die auch in Form von Sachleistungen, etwa für den Stallbau, helfen könnte.

Zucht lebt wieder auf

Lässt sich das Gnadenhof-Projekt verwirklichen, würde sich in Zukunft auf Arhöna der komplette Kreislauf eines Pferdelebens schließen. Denn am 17. August werden die ersten beiden hier geborenen Fohlen vom Zuchtverein für deutsche Reitpferde begutachtet. Damit würde dann nach rund 80-jähriger Pause die früher traditionsreiche Pferdezucht in Mansbach wieder aufleben. HINTERGRUND

Von Peter Lenz

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