Friedewalder Haushalt mit Rekordüberschuss

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So soll es aussehen: In die weitere Grundsanierung der Festhalle investiert die Gemeinde Friedewald 950 000 Euro.

Friedewald – Von einem regelrechten „Boom“ in der Dreienberggemeinde sprach Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll am Mittwoch mit Blick auf den Haushaltsentwurf.

So sei die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr um 50 auf 2451 gestiegen – dieses Niveau war zuletzt im Jahr 2010 erreicht worden. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sei zwischen 2016 und 2018 von 1339 auf 1870 angewachsen. Angesichts eines weiteren Baugebiets, zahlreicher neuer Mietwohnungen und Ansiedlungsplänen im Gewerbegebiet hofft der Rathauschef, dass sich der Aufwärtstrend in beiden Bereichen fortsetzt.

Die guten Aussichten spiegeln sich laut Noll auch in der Finanzplanung wider, die einen Rekordüberschuss von 232 000 Euro aufweist. Im Ergebnishaushalt stehen Erträgen von 6,278 Millionen Euro Aufwendungen von rund 6,046 Millionen Euro gegenüber. Noch entscheidender sei laut Noll jedoch der „Cashflow“, also der Saldo aus Ein- und Auszahlungen laufender Verwaltungstätigkeit, der sich auf 768 700 Euro beläuft – 258 400 Euro mehr als im Vorjahr. Der Rekordüberschuss sei aber keinesfalls alleine auf die kürzlich beschlossenen Steuer- und Gebührenerhöhungen zurückzuführen, unterstrich der Rathauschef: Die Mehreinnahmen beim Wasser beliefen sich auf 15 000 Euro, die Steuermehreinnahmen auf 78 500 Euro.

Im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit ergibt sich unter dem Strich ein kalkulatorischer Jahresverlust von 643 450 Euro, der rund 100 000 Euro über dem Vorjahresansatz liegt. „Zwar führen höhere Landeszuwendungen zu Mehreinnahmen, allerdings verlangt das Kinderförderungsgesetz aufgrund gestiegener Kinderzahlen einen weitaus höheren Personalaufwand“, verdeutlichte Noll. Erstmals seien 2019 in Kita und Krippe 100 Kinder angemeldet gewesen.

Einen weiteren Haushaltsschwerpunkt bilde die Straßenunterhaltung: 90 000 Euro sind für die Oberflächensanierung der Waldstraße vorgesehen.

Im Finanzhaushalt, der unterm Strich einen Fehlbetrag von 29 400 Euro aufweist, ist eine Investitionssumme von 2,082 Millionen Euro vorgesehen – 222 000 Euro mehr als im Vorjahr. Neben 337 600 Euro eigenen Finanzmitteln sowie Zuweisungen und Erlösen von 1,365 Millionen Euro ist zur Finanzierung auch ein Darlehen über 35 000 Euro veranschlagt. Eine Nettoneuverschuldung entstehe dennoch nicht, weil gleichzeitig Verbindlichkeiten von 431 100 Euro getilgt werden sollen.

Insgesamt steht die Gemeinde mit 10,2 Millionen Euro in der Kreide – davon seien aber 6,69 Millionen Euro sogenannte „rentierliche Schulden“ aus den Bereichen Wasser und Abwasser, die über kostendeckende Gebühren finanziert würden.

Größte Brocken bei den geplanten Investitionen sind mit 950 000 Euro die weitere Grundsanierung der Festhalle, 570 000 Euro für die Erneuerung des Schelbäumer Weges zwischen Motzfeld und Hillartshausen, 50 000 Euro für die komplett aus Fördergeld finanzierte Breitband-Zielnetz- und Leerrohrplanung sowie 40 000 Euro für den Bau einer Toilettenanlage auf dem Dorfplatz. Neben 135 000 Euro aus der Hessenkasse erwartet die Gemeinde zur Gegenfinanzierung weitere 895 000 Euro an Zuwendungen. „Eine ausgesprochen solide Finanzierung, wie ich finde“, sagte der Bürgermeister.

Die Erschließung des Neubaugebiets sowie des Gewerbegebiets für die Firma Aco-Passavant und das geplante Gesundheitszentrum sind dabei nicht im Haushalt berücksichtigt, weil sie über die Hessische Landgesellschaft beziehungsweise den DRK-Kreisverband Fulda abgewickelt werden.

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