Löcher im Leitungsnetz

Wasser versickert im Friedewalder Untergrund

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Thomas Huth (agc wasser gmbh) informierte über die zukünftige Sicherung der Wasserversorgung in der Gemeinde. Auf dem Foto präsentiert er beispielhaft ein durch Ablagerungen verengtes Rohrstück einer Wasserleitung.

Um hohe Wasserverluste, die Abwasserbeseitigung, die Sanierung der Festhalle, das geplante Gesundheitszentrum und den Kindergarten ging es bei einer Bürgerversammlung in Friedewald.

96,8 Kubikmeter Trinkwasser gehen pro Tag im Friedewalder Trinkwassernetz verloren, das entspricht einer Verlustrate von 23,5 Prozent. Normal seien Verlustraten von 2,5 bis 3 Prozent. Mit diesen Zahlen konfrontierte Thomas Huth vom Kasseler Ingenieurbüro agc-Wasser die Teilnehmer einer Bürgerversammlung am Montagabend im Hotel „Zum Löwen“.

Die Ursachen sieht Huth in bislang nicht lokalisierten Leckagen sowie undichten Absperreinrichtungen. Wegen nicht fortlaufend gepflegten Netzplänen, aus denen beispielsweise Alter und Material von Rohrleitungen oder Schiebern hervorgehen sollten, gestalte sich die Fehlersuche mitunter sehr schwierig. Dem müsse jetzt mit Funktionsprüfung und Ersatz der Absperreinrichtungen, sukzessiver Erneuerung und Sanierung von Leitungssträngen sowie Aktualisierung der vorhandenen Pläne begegnet werden.

Eine gute Nachricht in diesem Zusammenhang überbrachte Bürgermeister Dirk Noll. Nach längerer Suche sei am Vortag eine Leckagestelle gefunden worden, aus der enorm viel Trinkwasser verloren gehe.

Erheblichen Handlungsbedarf gibt es auch bei der Abwasserbeseitigung sowie den Kläranlagen. Durch ein Ingenieurbüro werden zurzeit mehrere Varianten auf Realisierbarkeit und Kosten untersucht, darunter die Aufgabe der Kläranlage Friedewald und Anschluss an eine gemeinsame neue Kläranlage mit Schenklengsfeld in Malkomes sowie die Aufgabe der Kläranlagen Friedewald und Malkomes und den Anschluss an die Kläranlage Bad Hersfeld. Letztere sei die seitens der oberen und unteren Wasserschutzbehörde favorisierte Lösung.

Die Grundsanierung der Festhalle, mit der im Spätsommer begonnen wurde, befindet sich laut Noll aktuell im Kostenrahmen. Aufträge in Höhe von rund einer Million Euro wurden bereits vergeben. Kostensteigerungen werden aktuell lediglich bei den Gewerken Heizung, Lüftung, Sanitär erwartet. Ursächlich dafür seien Auswirkungen des Lärmschutzgutachtens sowie des „Erneuerbare Energien Wärmegesetzes“. Hier sollen die Planungen entsprechend angepasst werden, um die Kosten zu deckeln.

Nachdem mit dem DRK-Kreisverband Fulda ein neuer Investor für das geplante Gesundheitszentrum gefunden wurde, müssen die bisherigen Planungen vollständig überarbeitet werden, da die ursprünglich geplante Tagespflegeeinrichtung aus dem Projekt herausgenommen wurde. Auch der potenzielle Betreiber des Bäckerei-Cafés im Gesundheitszentrum sei abgesprungen, berichtete Noll. Allerdings stehe die Gemeinde bereits mit anderen Interessenten im Gespräch. Der Baubeginn sei für Anfang 2020 anvisiert.

Die Friedewalder Kindertagesstätte ist inzwischen mit vier Kindergartengruppen und einer Krippengruppe fast schon am Rande ihrer Kapazitäten angelangt. Aufgrund höherer Förderungen für Neubauten wird inzwischen anstelle der ursprünglich geplanten Erweiterung des Kindergartens ein Neubau auf dem angrenzenden Grundstück favorisiert. Die Gemeinde würde dabei laut Noll sogar noch Geld sparen. Möglicher Baubeginn wäre im Frühjahr 2020.

Von Thomas Landsiedel

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