Warenumschlag am Wolfstall

Bauwo-Grundstücksgesellschaft aus Hannover plant Logistikzentrum in Friedewald

So könnte es aussehen: Die Visualisierung des Projektentwicklers Bauwo zeigt das geplante Logistikzentrum aus Blickrichtung des bestehenden Gewerbegebiets. Im Vordergrund befindet sich die Landesstraße nach Hönebach, am linken Bildrand sind die Tennisplätze erkennbar. 
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So könnte es aussehen: Die Visualisierung des Projektentwicklers Bauwo zeigt das geplante Logistikzentrum aus Blickrichtung des bestehenden Gewerbegebiets. Im Vordergrund befindet sich die Landesstraße nach Hönebach, am linken Bildrand sind die Tennisplätze erkennbar. 

Die Bauwo-Grundstücksgesellschaft aus Hannover will in der Gemeinde Friedewald ein neues Logistikzentrum errichten.

Eine entsprechende Absichtserklärung haben Bürgermeister Dirk Noll, der Erste Beigeordnete Klaus Kraft sowie Bauwo-Geschäftsführer Jens Rothe am Donnerstag im Schlosshotel Prinz von Hessen unterzeichnet. Entstehen soll das neue Logisitkzentrum südöstlich des bestehenden Gewerbegebiets in der Gabelung der Landesstraßen nach Hönebach und Herfa. Auf dem rund 5,28 Hektar großen Areal mit dem Flurnamen Am Wolfstall möchte der mittelständische Projektentwickler für Gewerbeimmobilien eine in drei Abschnitte gegliederte Halle mit einer Gesamtfläche von 23 200 Quadratmetern errichten.

Das Gebäude werde eine Höhe von rund zwölf Metern haben, berichtete Architekt Philipp Bitter, der das Vorhaben gemeinsam mit Projektleiter Daniel Ringeling und Geschäftsführer Jens Rothe vorstellte. Vor der Halle soll ein zweigeschossiges Bürogebäude mit 700 Quadratmetern Gesamtfläche entstehen. Dessen Dach werde begrünt, während das Hallendach für den Bau einer Photovoltaikanlage ausgelegt sei. Die Zufahrt soll nach derzeitigem Planungsstand zwischen dem Abzweig zum Gewerbegebiet und der Tennisanlage von der Landesstraße nach Hönebach abzweigen. Auf dem nördlichen Geländeteil sind 78 Autostellplätze und zwölf Lkw-Stellplätze vorgesehen.

Zusammenarbeit besiegelt: Die Absichtserklärung für ein neues Logistik-Zentrum in Friedewald unterzeichneten (von links) Bauwo-Geschäftsführer Jens Rothe, Bürgermeister Dirk Noll und sein Stellvertreter Klaus Kraft.

Welches Unternehmen das neue Logistikzentrum für den Warenumschlag nutzen wird, steht laut Jens Rothe noch nicht fest. In der schnelllebigen Logistikbranche liefen Planung und Bau sowie die Suche nach einem Mieter parallel. Gut geeignet sei der Komplex für die Lebensmittelbranche, grundsätzlich denkbar sei aber auch, die Hallenfläche auf mehrere Nutzer aufzuteilen, erklärte der Bauwo-Geschäftsführer. Der Projektentwickler rechnet, je nach Anforderungen der späteren Nutzer, mit Baukosten von zehn bis 15 Millionen Euro. Das 17-köpfige Team des mittelständischen Unternehmens aus Hannover hat nach eigenen Angaben seit Beginn der 2000er-Jahre vornehmlich in Nord- und Süddeutschland 39 Projekte realisiert und dabei 550 000 Quadratmeter Logistikfläche, 85 000 Quadratmeter Büroraum sowie vier Hotels mit insgesamt 714 Zimmern geschaffen.

Eigentümer des neuen Logistikzentrums in Friedewald werde nach Fertigstellung ein Immobilienfonds, an dem die Bauwo beteiligt ist. In dem Komplex werden laut Projektleiter Daniel Ringeling zwischen 50 bis 70, möglicherweise aber auch deutlich mehr Arbeitsplätze entstehen.

Für den Standort Friedewald habe sich die Grundstücksgesellschaft wegen der zentralen Lage in Deutschland sowie der unmittelbaren Autobahnanbindung entschieden. Die Projektentwickler rechnen in der sogenannten lautesten Stunde der Nacht mit einem Verkehrsaufkommen von drei bis vier Lastwagenfahrten sowie am Tag mit stündlich bis zu zehn Lkw.

Weil das Logistikzentrum von der Autobahn ohne Ortsdurchfahrt erreichbar sei, hält Bürgermeister Dirk Noll die Belastungen durch den B Verkehr für vertretbar: „Unsere Bedenken halten sich in Grenzen“. Die notwendigen Grundstücksgeschäfte sollen – wie bereits bei anderen Projekten der Dreienberggemeinde – über die Hessische Landgesellschaft abgewickelt werden.

Für den Bau des Logistikzentrums muss die Gemeinde eine Abweichung vom Regionalplan Nordhessen beantragen. Zudem ist eine Bauleitplanung mit zweifacher Öffentlichkeitsbeteiligung notwendig, bei dem die Bevölkerung in das Projekt eingebunden werde, betonte der Rathauschef. Dieses Verfahren werde voraussichtlich rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Danach wolle die Bauwo zeitnah mit den Arbeiten beginnen. Geschäftsführer Jens Rothe rechnet mit einer Bauzeit von neun bis zehn Monaten. jce

Der Bauplatz: Entstehen soll das neue Logisitkzentrum nach den Plänen Bauwo-Grundstücksgesellschaft südöstlich des bestehenden Gewerbegebiets Friedewald zwischen den beiden Landesstraßen nach Hönebach (links) und Herfa.

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