Trockenheit sorgt für Engpass

Angespannte Trinkwassersituation in Friedewalder Ortsteilen

Das Bild zeigt denHochbehälter bei Lautenhausen.
+
Wasser für zwei Ortsteile: Nachdem der Füllstand im Hochbehälter bei Lautenhausen in Folge der Trockenheit stark gesunken war, musste die Gemeinde Friedewald Wasser per Tankwagen einspeisen lassen.

Die Trockenheit der vergangenen Wochen sorgt für Engpässe bei der Trinkwasserversorgung. Um einem Notstand entgegenzuwirken, wird nun zur Sparsamkeit gemahnt.

Lautenhausen – Hitze und mangelnder Regen bleiben nicht ohne Folgen für die Wasserversorgung: Damit die Einwohner der Friedewalder Ortsteile Lautenhausen und Hillartshausen nicht buchstäblich auf dem Trockenen sitzen, war am Montag und Dienstag der Tankwagen eines auf Trinkwassertransporte spezialisierten Spediteurs im Einsatz.

Achtmal habe der ehemalige Milchsammel-Lkw den Hochbehälter am Hang des Dreienbergs angesteuert, um diesen mit insgesamt rund 100 000 Litern wieder aufzufüllen, berichtet der Erste Beigeordnete der Gemeinde Friedewald, Klaus Kraft. Der Wasserspeicher dort sei nicht an die Versorgungsleitung des Wasserbeschaffungsverbandes Ostteil Hersfeld-Rotenburg angeschlossen, sondern werde aus Quellen am Dreienberg gespeist. Deren Schüttung sei infolge der anhaltenden Trockenheit zurückgegangen, erklärt Kraft.

Gleichzeitig sei am vergangenen Wochenende der Konsum stark gestiegen: Statt wie sonst durchschnittlich knapp 60 000 Liter seien innerhalb von 24 Stunden 85000 Liter verbraucht worden. Dem stehe ein Zulauf von nur rund 70 000 bis 75 000 gegenüber.

Inzwischen sei der Tagesverbrauch wieder auf rund 60 000 Liter zurückgegangen, sodass ein erneuter Tankwagen-Einsatz vorerst nicht nötig werde, so der Erste Beigeordnete.

Als mögliche Gründe für den Anstieg am Wochenende vermutet der Stellvertreter des Bürgermeisters, dass wegen der Corona-Pandemie viele Menschen den Sommer in diesem Jahr zuhause verbringen, Gartenpools befüllt wurden und wegen der anhaltenden Trockenheit zum Gießen verstärkt auf Leitungswasser zurückgegriffen worden sei. Ein größeres Leck im Leitungsnetz könne hingegen ausgeschlossen werden. Ein höheres Wasseraufkommen sei angesichts der derzeitigen Witterung vorerst nicht in Sicht, zumal selbst Regenfälle sich erst zeitversetzt auf die Quellschüttungen auswirken würden. Um die Einwohner nicht irgendwann – wie andernorts in Deutschland – von der Feuerwehr an den Haustüren notversorgen zu müssen und auch die Löschwasserreserve zu sichern, habe sich die Gemeinde für die Befüllung per Tankwagen entschieden, der bereits vor und zwei Jahren im Einsatz gewesen sei.

Aufgrund des hygienisch sicheren Transports mit dem Spezialfahrzeug geht die Gemeinde nicht davon aus, dass die Wasserqualität beeinträchtigt wurde, empfiehlt den Bewohnern der betroffenen Ortsteile jedoch vorsorglich, das Wasser zum Trinken, Kochen oder Zubereiten von Speisen und Getränken drei bis fünf Minuten abzukochen. Außerdem könne es zu Trübungen des Wassers kommen. Zudem appelliert der Erste Beigeordnete, überlegt und sparsam mit dem Wasser umzugehen und größere Bewässerungsmaßnahmen sowie das Füllen von Pools möglichst zu vermeiden.

Auch Wasserbeschaffungsverband mahnt zur Sparsamkeit 

Angesichts der derzeitigen Hitze, der spärlichen Schüttung eigener Quellen und Brunnen sowie einer nicht absehbaren längeren Trockenzeit mahnt der Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes Ostteil Hersfeld-Rotenburg, bestehend aus den Bürgermeistern von Heringen, Friedewald und Philippsthal, auch in den übrigen Orten des Verbandsgebiets zum sparsamen Gebrauch des Trinkwassers. „Die Dürrejahre 2018 und 2019 haben deutliche Spuren hinterlassen, was bisher auch für das Jahr 2020 zutreffend ist. Dies ist nun auch an den historisch niedrigen Grundwasserständen an den zur Verfügung stehenden Quellen und Tiefbrunnen sichtbar geworden. Die Schüttung der Quellen ist entsprechend geringer geworden, bei gleichzeitigem Anstieg des Verbrauchs infolge der heißen Tage. Auch ist keine Entspannung der Situation durch Niederschläge in Sicht. Wir haben nur eine begrenzte Kapazität an Trinkwasser zur Verfügung“, verdeutlicht Verbandsvorsteher Daniel Iliev. Um einem Wassernotstand entgegenzuwirken, sollte vorsorglich auf das Rasensprengen, Gartenbewässern und das Befüllen von Pools mit Wasser aus der Leitung verzichtet werden, appelliert der Wasserbeschaffungsverband. jce

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare