Niemand soll Opfer werden

Tanzaktion „One Billion Rising“ gegen Gewalt in Friedewald

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Gemeinsam für Zivilcourage: Die Ortsjugendpflegerinnen Susann Wittmann (links) und Alexandra Eger-Römhild präsentieren das eigene Logo für One Billion Rising in Friedewald. Die Tanzaktion richtet sich dort nicht nur gegen Gewalt an Frauen, sondern gegen Gewalt gegen alle Menschen.

Tanzend soll unter dem Motto „One Billion Rising“ (Eine Milliarde erhebt sich) am 14. Februar auf der ganzen Welt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern gesetzt werden.

Erstmals findet die Aktion in diesem Jahr auch in Friedewald statt – wo sie sich jedoch in einem Punkt von der weltweiten Kampagne unterscheiden wird. Denn Jugendliche der Ortsjugendpflegen Kuppenrhön sowie Philippsthal/Friedewald wollen hier ausdrücklich gegen Gewalt gegen alle Menschen protestieren. „Niemand hat es verdient, zum Opfer zu werden“, erklärt Alexandra Eger-Römhild von der evangelischen Ortsjugendpflege Kuppenrhön, deren Einzugsgebiet die Gemeinden Schenklengsfeld, Friedewald und Hohenroda umfasst, warum die Aktion erweitert wurde. Wenn etwa in Deutschland 81 Prozent der Opfer von Beziehungstaten Frauen seien, bedeute das im Umkehrschluss eben auch, dass es sich bei 19 Prozent um männliche Opfer handele, verdeutlicht die Jugendpflegerin.

Und wenn sich Jungen und Männer bei der Tanzaktion solidarisch mit Mädchen und Frauen erklärten, dann gelte das natürlich auch andersherum, ergänzt ihre Kollegin Susann Wittmann von der kommunalen Ortsjugendpflege Philippsthal/Friedewald. Die Pädagogin hat bei ihrer Arbeit festgestellt, dass Gewalt ein Thema ist, das schon Kinder und Jugendliche beschäftigt.

In den vergangenen drei Jahren hatten die beiden Ortsjugendpflegen bereits bei der bislang in Bad Hersfeld stattfinden Tanzaktion mitgemacht – mit weiblichen und männlichen Teilnehmern. In diesem Jahr habe sich abgezeichnet, dass die Aktion in der Kreisstadt nicht stattfindet.

„Wir hätten es furchtbar bedauert, wenn One Billion Rising in diesem Jahr im Landkreis ausgefallen wäre“, erklärt Alexandra Eger-Römhild, warum die evangelische Ortsjugendpflege das Event mit Unterstützung der kommunalen Jugendarbeit erstmals selbst ausrichten wird.

Allerdings waren sich die Jugendarbeiterinnen anfangs noch nicht sicher, ob eine solche Aktion im ländlichen Umfeld überhaupt Zuspruch findet. Inzwischen hätten aber bereits mehrere Gruppierungen ihre Unterstützung und Teilnahme zugesagt und auch der Landkreis eine finanzielle Förderung in Aussicht gestellt.

In Schenklengsfeld habe sich beispielsweise eine Gruppe gebildet, die bereits die Choreografien für den getanzten Protest einstudiert. Aber auch spontane Teilnehmer und Zuschauer seien in Friedewald willkommen, betonen Susann Wittmann und Alexandra Eger-Römhild. Ziel sei es nämlich, die Menschen ins Gespräch zu bringen und ihren Mut zu machen, gemeinsam für Gewaltlosigkeit einzustehen.

André Güth, ein junger Erwachsener aus den Reihen der Ortsjugendpflege, hat eigens für die Aktion in Friedewald ein Logo entworfen. Während das das Signet der deutschlandweiten Kampagne eine Frau zeigt, sind auf der Variante für Friedewald auch ein Mann und Kinder zu sehen. „Wir hatten nichts gegen das andere Logo, aber dieses passt besser zu unserem Ansatz“, unterstreicht Susann Wittmann.

Die Tanzaktion One Billion Rising findet am Freitag, 14. Februar, auf dem Dorfplatz gegenüber der Sparkasse in Friedewald statt. Beginn ist um 16.30 Uhr.

Hintergrund

One Billion Rising (OBR) (englisch für Eine Milliarde erhebt sich) ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. Sie wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Die eine „Milliarde“ bezieht sich dabei auf eine Statistik der Vereinten Nationen, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer schweren Körperverletzung werden. Das Event findet seitdem jährlich am Valentinstag, 14. Februar, weltweit statt.

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