Nach Verdi-Aufurf: Streik bei Hermes in Friedewald

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Nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi haben Mitarbeiter des Hermes-Zentralumschlags in Friedewald am Mittwoch von 12 Uhr 22 Uhr die Arbeit niedergelegt.

An dem Ausstand beteiligten sich laut Gewerkschaft rund 80 Beschäftigte der Früh- und Spätschicht. Für die Arbeitnehmer im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe fordert Verdi eine Erhöhung des Grundentgelts um 75 Euro, eine lineare Entgelt-Erhöhung von drei Prozent sowie eine Betriebszugehörigkeitszulage von 30 Euro nach vier beziehungsweise 60 Euro nach acht Jahren. 

Laut Verdi ruhte der Betrieb wegen des Streiks, weshalb mit massiven Verzögerungen bei den nächsten Paketzustellungen gerechnet werden müsse. Verdi will mit den Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeberseite ausüben. "Es geht vor allem um die Weigerung der Arbeitgeber, eine Betriebszugehörigkeitszulage zu verhandeln. Hermes beispielsweise zahlt in anderen Bundesländern die dort üblichen Tarifverträge inklusive der Betriebszugehörigkeitszulage", heißt es in einer Pressemitteilung zum Ausstand. Streikleiter Andreas Jung: „Hier ist keine Logik erkennbar. Warum dort und hier nicht? Wir fordern die Arbeitgeber auf, mit uns an einer hessischen Lösung zu arbeiten.“ 

Weitere Streiks in dieser und der kommenden Woche sind wahrscheinlich, so Jung weiter. Es liege am Arbeitgeberverband, die Streikwellen durch ein neues Angebot zu unterbrechen. Dem Arbeitgeberverband Vereinigung des Verkehrsgewerbes VdV Hessen gehören neben Hermes Deutschland Spediteure und Logistiker an wie unter anderen DB Schenker, DPD, UPS, Kühne & Nagel, DHL Freight, Neovia, Geis Ersatzteilservice, Perishable, Dachser, Frankfurt Cargo Service, Panalpina.

Verdi fordert eine Aufwertung der Arbeitsverhältnisse unter anderem durch Erhöhung des monatlichen Grundentgeltes um einen Sockelbetrag von 75 Euro zuzüglich einer linearen Erhöhung von 3 Prozent. Außerdem soll es Zuschläge für langjährige Betriebszugehörigkeiten von 30 Euro geben. Verdi will damit die Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern und hoher Fluktuation entgegenwirken. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro pro Monat steigen, auf Beträge zwischen rund 900 und 1.000 Euro. (jce)

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