Besucher auf der Baustelle

Sanierung der Friedewalder Festhalle schreitet voran

Wegen Arbeiten an der Deckenkonstruktion ist der große Saal der Festhalle derzeit eingerüstet.
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Hier soll wieder gefeiert werden: Wegen Arbeiten an der Deckenkonstruktion ist der große Saal der Festhalle derzeit eingerüstet.

Voraussichtlich ab kommenden Mai sollen in der Friedewalder Festhalle wieder Veranstaltungen möglich sein.

Friedewald - Dass bis dahin aus dem einst dunklen 50er-Jahre-Bau eine helle, freundliche Multifunktionshalle geworden sein soll, konnten die Besucher, die Bürgermeister Dirk Noll und der Neuensteiner Architekt Albert Hess am Mittwochabend – mit Masken und Abstand – über die Baustelle führten, bereits erahnen. Deutliche Formen angenommen hat beispielsweise der neue Eingangsbereich: Anstelle der Bürgerstube auf der bisherigen Gebäuderückseite ist ein verglastes Foyer entstanden, das auch für kleinere Veranstaltungen geeignet ist.

Der eigentliche Saal ist um 5,50 Meter verkürzt worden, um Platz für Abstellräume und eine neue Küche zu schaffen. Die sei zentral angeordnet, um sowohl Veranstaltungen in der eigentlichen Festhalle als auch im Foyer oder einem neuen Vereins- und Seminarraum, der im früheren Eingangsbereich entstanden ist, bewirten zu können, erklärte Albert Hess. Die Ausstattung werde einer Catering-Küche entsprechen: „Für 250 Personen wird heute kaum noch vor Ort gekocht“, verdeutlichte der Architekt. In einem neuen Anbau rechts der Bühne und damit ebenfalls gut erreichbar, befindet sich nun ein Stuhllager. Je nach Bestuhlungsvariante bietet der Saal künftig bis zu 350 Personen Platz.

Der Schwerpunkt der Sanierung liege darauf, das Bestandsgebäude aus den 50er Jahren in Einklang mit den aktuellen Vorgaben und Anforderungen des Brand- und Lärmschutzes sowie den Vorgaben des Dorferneuerungsprogramms zu bringen, aus dem die Sanierung finanziell gefördert wird. So sei die Dachkonstruktion aus Nagelbrett-Bindern nicht stabil genug für eine Ziegeleindeckung. Stattdessen wurde die Festhalle mit speziellen Blechen mit guter Wärmeisolierung eingedeckt.

Zudem werde eine Lüftungsanlage eingebaut, die auch den hohen Anforderungen des Brandschutzes entspricht: „Darüber hat sich beim Bau der Halle noch niemand Gedanken gemacht“, verdeutlichte Hess. Die dunklen Farben im Inneren sollen einer hellen, freundlichen Gestaltung mit LED-Beleuchtung weichen. Der Parkettfußboden bleibe hingegen erhalten, lediglich schadhafte Stellen würden ausgetauscht, erläuterte der Architekt.

Vor Ort noch nicht zu erahnen, aber bereits auf Plänen zu sehen war die Gestaltung des neuen Vorplatzes. Hess sprach von einer „Piazza“, die von Grünanlagen umgeben sein werde. Neben dem ebenerdigen Zugang von der Großen Hohle soll der neue Vorplatz auch von der Straße Am Pulverturm und damit vom großen Parkplatz neben der Feuerwehr über eine große Treppe erschlossen werden. Die, so Architekt Hess, sei prädestiniert für Gruppenfotos bei Familienfeiern wie Hochzeiten und Geburtstagen. Für die Festhallensanierung inklusive Außenanlagen sind im Haushalt der Gemeinde rund zwei Millionen Euro eingeplant. Die Arbeiten werden voraussichtlich rund 250 000 Euro teurer als ursprünglich kalkuliert. Gründe sind laut Architekt Albert Hess die allgemeine Baukostensteigerung, die besonderen Herausforderungen beim Bauen im Bestand – insbesondere in den Bereichen Heizung, Sanitär und Lüftung, aber auch die hohen Auflagen. So dürften beispielsweise aus Lärmschutzgründen die Fenster nicht geöffnet werden, was eine entsprechend größer dimensionierte Lüftungsanlage erfordere. Trotz Kostensteigerung sei die Sanierung im Vergleich zu Abriss und Neubau die bessere Alternative, betonte Bürgermeister Dirk Noll.

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