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Friedewald: Neue Wasserleitung soll Versorgung sichern

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Stillstand: Der felsige Untergrund hat die Fräse auf dem Panoramaweg am Dreienberg vorzeitig gestoppt.
Stillstand: Der felsige Untergrund hat die Fräse auf dem Panoramaweg am Dreienberg vorzeitig gestoppt. Neben der blauen Trinkwasserleitung wird in den Graben auch ein schwarzes Schutzrohr für eine zusätzliche Stromleitung zwischen den Hochbehältern verlegt. © Jan-Christoph Eisenberg

Bei anhaltender Trockenheit musste der Hochbehälter bei Lautenhausen in der Vergangenheit bereits mehrfach per Tankwagen befüllt werden.

Friedewald - Die meiste Zeit aber schütten die Quellen am Hang des Dreienbergs deutlich mehr Wasser, als die angeschlossenen Ortsteile von Friedewald verbrauchen. Um beides künftig zu vermeiden und die Versorgung auf stabile Füße zu stellen, lässt die Gemeinde nun eine Verbindungsleitung zum Hochbehälter Goldküppel oberhalb des Kernorts bauen. Ziel sei vor allem, das überschüssige Wasser vom Dreienberg ins Ortsnetz von Friedewald einzuspeisen und dadurch zugleich den Wasserbeschaffungsverband Ostteil Kreis Hersfeld Rotenburg (WBV) zu entlasten, erklärt der mit der Planung beauftragte Ingenieur Thomas Huth vom Kasseler Büro AGC Wasser.

Neben Lautenhausen und Hillartshausen erhalten auch Motzfeld und auch Teile des Kernorts Wasser vom Dreienberg, deren Hochbehälter bereits über Leitungen verbunden sind. Nicht an dieses Netz angeschlossen ist bislang der Hochbehälter Goldküppel, der die sogenannte Hochzone von Friedewald versorgt, diese Aufgabe künftig aber auch für weitere Bereiche übernehmen soll. Gefüllt wird dieser Speicher per Pumpe aus dem tiefer gelegenen Hochbehälter Dreienberg, von dem aus das vom WBV an der Gießlingskirche gewonnene oder aus Bad Hersfeld zugekaufte Wasser auch in die beiden anderen Verbandskommunen Heringen und Philippsthal weitergeleitet wird. Durch die im Bau befindliche Leitung solle künftig überschüssiges Quellwasser aus Lautenhausen in den Hochbehälter Goldküppel gepumpt und von dort sowohl ins Friedewalder Ortsnetz als auch in die Transportleitung des WBV eingespeist werden, verdeutlicht der Ingenieur. Über die Verbindung könne bei Bedarf allerdings auch in entgegengesetzter Richtung der Hochbehälter Lautenhausen aus dem Netz des WBV befüllt werden. Weil das mehr Versorgungssicherheit schafft, wird das 507 000 Euro teure Vorhaben mit 165 000 Euro vom Bund gefördert. Weil die Leitung durch ein Wasser- und Naturschutzgebiet verläuft, waren laut Thomas Huth, Bürgermeister Julian Kempka und Bauamtsleiter Rainer Holzhauer umfangreiche Vorplanungen nötig. Als ökologische Baubegleiterin wacht Margit Kahlert vom Büro für Ingenieurbiologie und Landschaftsplanung aus Witzenhausen darüber, das die Auflagen von Behörden sowie Forstamt eingehalten und die Natur durch die Arbeiten so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Von den beiden Hochbehältern bis hinauf zum Panoramaweg Dreienberg wird die Leitung im sogenannten Spülbohrverfahren in vier Metern Tiefe auf einer Länge von 300 beziehungsweise 70 Metern unter den Baumwurzeln hindurch gezogen.

Entlang des beliebten Wanderwegs, der für die Dauer der Arbeiten gesperrt ist, schneidet eine Fräse einen Graben entlang der Bankette.

Ein kritischer Punkt sei dabei die etwa auf halber Strecke gelegene Quelle Illerborn, erklärt Thomas Huth. Durch den Einbau von Tonriegeln müsse dort das Eindringen von Fremdwasser verhindert werden. Sofern alles nach Plan verläuft, soll die neue Leitung voraussichtlich im kommenden Februar in Betrieb gehen.

Allerdings hat der felsige Untergrund am Wanderparkplatz Lautenhausen die Fräse am Mittwoch vorzeitig gestoppt. Ein Bagger soll deshalb im Abstand von je 100 Metern Streifen ausheben, um die Beschaffenheit des Bodens zu erkunden, bevor am Montag über das weitere Vorgehen entschieden wird.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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