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Friedewald sucht nach Alternative für Krippen-Pläne

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Die Planung liegt auf Eis: Im Herbst 2021 war mit den ersten Vorarbeiten für den Krippenneubau neben der bestehenden Kindertagesstätte in Friedewald begonnen worden. Wegen der Kostenentwicklung soll das Projekt nun noch einmal auf den Prüfstand.
Die Planung liegt auf Eis: Im Herbst 2021 war mit den ersten Vorarbeiten für den Krippenneubau neben der bestehenden Kindertagesstätte in Friedewald begonnen worden. Wegen der Kostenentwicklung soll das Projekt nun noch einmal auf den Prüfstand. © Gemeinde Friedewald

In Friedewald steht der Neubau einer Kinderkrippe auf finanziellen Gründen auf dem Prüfstand. Auch sonst hat die Gemeinde in diesem Jahr viel vor.

Friedewald – Voraussichtlich im Februar wird Friedewalds Bürgermeister Julian Kempka dem Gemeindeparlament seinen ersten Haushaltsentwurf vorlegen.

Aufgrund von Einmaleffekten aus der Vergangenheit bei der Gewerbesteuer wird die Kommune im laufenden Jahr voraussichtlich ohne Schlüsselzuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich auskommen müssen. Dennoch soll sich in der Dreienberggemeinde – vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindegremien und Genehmigung des Zahlenwerks – einiges bewegen.

Wasserversorgung

Zu den großen Projekten gehört der Bau der Trinkwasserleitung zwischen den Hochbehältern Lautenhausen und Goldküppel. Das eigentliche Kunststoff-Wasserrohr ist bereits entlang des Panoramawegs am Dreienberg verlegt, in ein paralleles Schutzrohr wird noch ein Elektrokabel eingezogen. Auch die Umrüstung der Technik in den Hochbehältern steht noch an. Mit der Inbetriebnahme wird eine Leitung um den Dreienberg komplettiert, welche die Speicher der Kommune miteinander verbindet. Das Wasseraufkommen der Quellen könne darüber künftig optimal ins Ortsnetz verteilt und so die Versorgung stabilisiert werden, verdeutlicht der Rathauschef.

Investieren wird die Gemeinde zudem in neue Chlor-Dosierungsanlagen sowie die Erneuerung der elektrischen Schaltanlagen und Schieber in den Hochbehältern. Bewährt hat sich aus Sicht des Bürgermeisters die Entscheidung, die EAM mit der Betriebsführung des gemeindeeigenen Wassernetzes zu beauftragen.

Kinderbetreuung

Die kalkulierten Kosten für den Neubau einer dreigruppigen Kinderkrippe sind von bislang 1,4 auf nun 2,5 Millionen Euro gestiegen. Neben der allgemeinen Baupreisentwicklung macht sich laut Kempka auch bemerkbar, dass die bisherige Planung, die der Rathauschef mit seinem Amtsantritt übernommen hat, weder die Innenausstattung noch die Außenanlagen beinhaltet habe. Mit kritischem Blick solle wegen der Kosten nun geprüft werden, ob tatsächlich Bedarf für drei zusätzliche Krippengruppen besteht, oder weitere Plätze für unter Dreijährige auch mit geringerem finanziellen Aufwand durch Veränderungen im Bestandsgebäude geschaffen werden können, kündigt der Bürgermeister an.

Feuerwehren

Die Friedewalder Feuerwehr erhält in diesem Jahr ein neues Staffel-Löschfahrzeug. Zu den rund 365 000 Euro Gesamtkosten steuert das Land Hessen rund 56 000 Euro bei. Für das neue Einsatzfahrzeug soll zudem ein Stromerzeuger beschafft werden. Eingetroffen sind über eine kreisweite Sammelbestellung georderte Atemschutzgeräte. Der bislang in Lautenhausen unter freiem Himmel abgestellte Mannschaftsbus soll mit einem Carport überdacht werden. Mit Blick auf die Investitionen lobt der Bürgermeister ausdrücklich den Einsatz der Ehrenamtlichen: „Ich bin stolz auf die gute Arbeit der Feuerwehren.

Gewerbe-Entwicklung

Für die geplante Erweiterung des Hermes-Zentralumschlags in Richtung Osten ist eine Abweichung vom Regionalplan erforderlich. Die dafür notwendigen Antragsunterlagen wurden laut Julian Kempka von einem Fachbüro erstellt und sollen nun beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht werden.

Das Bauleitverfahren für das angedachte Werk des Haustechnik-Herstellers ACO-Passavant im Gewerbegebiet West hatte das Gemeindeparlament in seiner jüngsten Sitzung mit den finalen Satzungsbeschlüssen auf die Zielgerade gebracht. Den Entwurf des Flächennutzungsplans hat die Gemeinde nun dem Regierungspräsidium Kassel zur Genehmigung vorgelegt. Gibt die Behörde grünes Licht, könne im nächsten Schritt der im Parallel-Verfahren aufgestellte Bebauungsplan öffentlich bekannt gemacht und somit Baurecht geschaffen werden, skizziert der Bürgermeister das weitere Vorgehen. Bevor die Arbeiten tatsächlich beginnen, gelte es aber noch Grundstücksangelegenheiten zu klären, zu denen sich der Rathauschef mit Hinweis auf laufende Verhandlungen derzeit nicht näher äußern will.

Spielplatz Motzfeld

Für rund 25 000 Euro soll der Spielplatz im Ortsteil Motzfeld umgestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet werden. Den Löwenanteil, rund 21 100 Euro, finanziert dabei das Land aus dem Programm Hessenkasse.

Toiletten für Dorfplatz

Für rund 40 000 Euro entsteht auf dem Dorfplatz, auf dem regelmäßig Veranstaltungen wie der Feierabendmarkt stattfinden, eine Toilettenanlage. 33 700 Euro kommen aus dem Programm Hessenkasse des Landes.

Friedhof Lautenhausen

Für die Umgestaltung des Friedhofs in Lautenhausen sind die Aufträge vergeben worden. Geplant sind unter anderem neue Wege, Hecken und Bäume, neue Grabfelder und ein neuer Schöpfbrunnen. Kalkuliert sind Kosten von 50 000 Euro, wobei diese Summe laut Bürgermeister eventuell sogar unterschritten wird. Mit 39 000 aus der Hessenkasse bezuschusst das Land das Vorhaben.

Straßenbau

Die Bachstraße im Ortsteil Motzfeld soll inklusive Versorgungsleitungen erneuert werden. Angedacht ist 2023 zudem die Erweiterung und Optimierung der Straßenbeleuchtung.

Rathaus und Bauhof

In der Gemeindeverwaltung steht in diesem Jahr die Erneuerung der Server-Technik an. Der Gemeindebauhof soll für rund 25 000 Euro mit einem Streusalz-Silo ausgestattet werden. 21 100 Euro kommen dabei aus dem Förderprogramm Hessenkasse des Landes.

Glasfaser-Ausbau

Die Firma Goetel strebt den Ausbau von Glasfaser-Hausanschlüssen für schnelles Internet im Gemeindegebiet an. Derzeit läuft die Vermarktungsphase. In den Ortsteilen wurden laut Julian Kempka bereits vergleichsweise hohe Abschlussquoten erreicht, im Kernort Fehlen fehlen für die Umsetzung allerdings noch rund 200 Aufträge. (Jan-Christoph Eisenberg)

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