Schulprojekt weiterentwickelt

Mit Löwenzahn zum Erfolg: Jascha Mähler aus Friedewald gehört zu den besten Jungunternehmern

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Der sprühbare Handschuh, der immer passt: Jascha Mähler präsentiert die Internetseite von Tarax AG, auf der er die Idee des recycelbaren Einweghandschuhs, den TaraxGlove, vorstellt.

Aus einem Schulprojekt wird ein ernst zu nehmendes Unternehmen: Jascha Mähler und drei Mitschüler hatten die Idee zu sprüh- und recycelbaren Einweghandschuhen.

Was nach einer Wunschvorstellung klingt, ist für Jascha Mähler Realität. Der 19-Jährige aus Friedewald hatte mit drei Mitschülern aus dem Wirtschaftskurs die Geschäftsidee zu sprühbaren und recycelbaren Einweghandschuhen und forscht daran nun beim Schülerforschungszentrum in Kassel. Mit dieser Idee gewannen sie 10 000 Euro Startkapital bei einem Wettbewerb des Vereins Start-up Teens.

Außerdem ist er Mitbegründer einer Online-Nachhilfe-Plattform von Schülern für Schüler, die sich derzeit ebenfalls im Aufbau befindet.

Für diese beiden Geschäftsideen zählt er jetzt zu den talentiertesten Jungunternehmern unter 20 Jahren. „20under20“ heißt die Aktion des britischen Online-Geld-Transfer-Services „TransferWise“. Eine Expertenjury der Organisation hat kürzlich 20 junge Talente aus ganz Europa für ihre Ideen ausgezeichnet. Neben Jascha haben es noch zwei Weitere aus Deutschland geschafft. „Ich fühle mich sehr geehrt, zu den 20under20 gehören zu dürfen“, sagt der 19-Jährige.

Als die Oma eines Mitschülers Einweghandschuhe zum Trocknen auf der Wäscheleine aufhängte, hatte Jascha zusammen mit seinen Mit-Gründern Jonas Mötzing, Tom Bogon und Tim Becker die Idee. „Wir haben noch kein fertiges Produkt und das wird auch noch dauern, wegen der Komplexität des Ganzen“, erklärt er.

Wichtig ist ihnen dabei die Nachhaltigkeit. Der Handschuh soll aus Naturkautschuk des russischen Löwenzahns gefertigt werden und recycelbar sein. Außerdem wird er auf die Hände gesprüht, wodurch er mit Passgenauigkeit punktet. Seine Projekte sieht der 19-Jährige als Hobby an. „Ich mache das aus Leidenschaft, Interesse und weil es mir einfach Spaß macht.“ Sechs bis acht Stunden, oft sogar zehn Stunden Arbeit investiert er täglich. Dazu gehören neben Forschung und Recherche auch Telefonate mit Programmierern, Social Media, Marketing und Kostenkalkulation. Gewinn liegt nicht im Interesse des Jungunternehmers. „Unter Gewinnorientierung leidet die Nachhaltigkeit“, findet er.

Nachhaltigkeit ist ihm nicht nur in seinen Unternehmen wichtig, sondern in allen Lebenslagen. Gemäß dem Motto „Der Körper ist ein Tempel“ lebt Jascha vegetarisch und vegan, verzichtet auf Zucker, Alkohol und Koffein, steht morgens mit dem ersten Klingeln des Weckers auf und meditiert noch vor dem Frühstück. Auf sein Auto will künftig völlig verzichten. „Meine Freunde sagen immer, ich verzichte auf alles, was Spaß macht“, sagt er mit einem Lachen.

Seit letzter Woche hat der 19-Jährige von den Beruflichen Schulen Bebra sein Abitur in der Tasche. Und wie soll es jetzt weiter gehen? Jedenfalls erst mal nicht studieren, sagt er, was mit Blick auf seinen glatten Einserschnitt etwas überraschend ist. „Ich werde nicht studieren, nur um des Studierens willen. Es soll mich, wenn dann auch weiterbringen.“

Stattdessen möchte er sich sozial bei den SOS-Kinderdörfern engagieren, wo er vergangenes Jahr „Chef für einen Tag“ war. Außerdem will er sich bei der Bewegung Fridays for Future, bei der er seit Anfang des Jahres aktiv ist, für den Klimaschutz einsetzen. Insbesondere ist es aber sein Ziel, sein Unternehmen voranzubringen. Jascha glaubt fest an das Potenzial seiner Geschäftsidee. „Ob ein Unternehmen erfolgreich wird, weiß man nie. Aber ich tue mein Bestes, damit es das wird.“

Von Jessica Sippel

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