Schutzausrüstung vor Ort produzieren

Masken vom Maschinenbauer aus Friedewald

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Seit 1976 im Gewerbegebiet Friedewald ansässig: Mit ihrem neuen Unternehmensbereich Vock Medical will die Firma Fock Maschinen- und Stahlbau in die Produktion von FFP2-Schutzmasken einsteigen.

Die Firma Vock Maschinen- und Stahlbau aus Friedewald wird voraussichtlich im Juni mit der Produktion von FFP2-Schutzmasken beginnen.

FFP ist die englische Abkürzung für Filtering Face Piece und bedeutet übersetzt Atemschutzmaske beziehungsweise Atemschutzfilter. Masken der Klasse 2 sollen den Träger vor festen und flüssigen gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen sowie luftübertragbaren Infektionserregern schützen. Durch die aktuelle Corona-Pandemie ist der Bedarf an Schutzausrüstung derzeit besonders hoch.

Für die Masken-Produktion sei der neue Unternehmensbereich Vock Medical gegründet worden, berichtet Firmensprecher Patrick Vock. Dass das mittelständische Unternehmen, zu dessen Leistungsspektrum im Bereich Maschinen- und Stahlbau unter anderem Bauteilkomponenten, Maschinen, Anlagen und Apparate gehören, künftig auch Schutzausrüstung herstelle, wirke nur auf den ersten Blick ungewöhnlich, sagt der Unternehmenssprecher. Der 1974 gegründete und mittlerweile in dritter Generation geführte Familienbetrieb sei nämlich bereits seit rund 20 Jahren als Zulieferer für verschiedene Medizintechnikhersteller tätig.

Mit einer Fertigungsstraße des Hersfelder Ruhlamat sollen bei der Firma Vock Machinsen- und Stahlbau ab Juni FFP2-Schutzmasken hergestellt werden.   

Für die Anforderungen der Masken-Produktion werde derzeit eine Halle auf dem Firmengelände im Gewerbegebiet Friedewald umgebaut. In dem entstehenden Semi-Reinraum solle dabei durch verschiedene Vorkehrungen die Staubpartikelkonzentration in der Luft minimiert werden, erklärt Patrick Vock. Auf zunächst auf einer vollautomatischen Fertigungsstraße des Herstellers Ruhlamat aus Marksuhl (Wartburgkreis) werde im Dreischicht-Betrieb mit der Produktion der Schutzmasken begonnen. Ziel sei eine Stückzahl von rund zwei Millionen Exemplaren pro Monat.

FFP2-Schutzmasken schützen den Träger und seine Kontaktpersonen und w erden im Klinikbetrieb benötigt.

„Wir wissen, dass dieses ambitionierte Ziel in einem Umfeld, welches unter einem enormen Preisdruck steht, auch Herausforderungen mit sich bringt. Wir sind aber davon überzeugt, dass nur durch die Entwicklung lokaler Hersteller und Marken auch langfristig ein seriöser Preis für Schutzkleidung erzielt werden kann, um gerade Kliniken in dieser schwierigen Situation nicht durch höhere Ausgaben zusätzlich zu belasten und Sachkostendiskussionen vorzubeugen“, betont Patrick Vock. Beliefert würden zunächst Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen. In Kürze sollen über Drogerieketten aber auch FFP2-Masken für Endverbraucher angeboten werden. „Dazu sollen die Produktionskapazitäten im Laufe des Jahres durch weitere Fertigungsstraßen und deren technischen Verbesserung erhöht werden“, kündigt Patrick Vock an.

Rund 500 000 Euro investiert die Firma nach eigenem Bekunden in die Maskenproduktion. Sechs neue Mitarbeiter sollen künftig das 42-köpfige Team verstärken.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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