Autoren können sich um Stipendium bewerben

Literat fürs Landleben in Friedewald gesucht

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Ein Ort mit Historie: Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Ruine der Wasserburg ist das markanteste Bauwerk in Friedewald. Der Hessische Literaturrat hat ein Stipendium für den ländlichern Raum ausgeschrieben, bei dem ein Autor zwei Monate in Friedewald verbringen wird.

Literaturschaffende, die zwei Monate in Friedewald verbringen und Erlebnisse in Form eines Textes verarbeiten möchten, sucht derzeit der Hessische Literaturrat.

Die Dreienberggemeinde ist in diesem Jahr eine von drei sogenannten Autorenresidenzen im ländlichen Raum, für die der Zusammenschluss literarischer Institutionen in Hessen mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst eines seiner „Land in Sicht“-Stipendien vergibt: Von Mitte August bis Mitte Oktober wird eine Autorin oder ein Autor in Friedewald leben. Er oder sie erhält während dieser Zeit eine Stipendienvergütung von 2500 Euro und eine Reisekostenpauschale von 400 Euro. Eine Unterkunft wird während des Aufenthalts ebenfalls gestellt.

Im Gegenzug erwartet der Literaturrat vom Stipendiaten unter anderem eine Auseinandersetzung mit dem ländlichen Raum in Hessen durch aktive Integration in das Ortsgeschehen – beispielsweise in Form einer Ortstour, durch Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung oder eine Auseinandersetzung mit der Ortsgeschichte. Ferner wird der literarische Gast mindestens zwei Workshops mit Schulklassen oder Seniorengruppen sowie eine Abschlusslesung anbieten.

Ihre Erlebnisse vom Leben auf dem Land sollen die Teilnehmer in Form eines literarischen Textes mit Bezug zum Aufenthaltsort verarbeiten. Erlaubt sind dabei unterschiedliche Darstellungsformen wie Prosa, Essay, Lyrik oder Drama.

Bewerber für das Stipendium müssen zwar keinen festen Wohnsitz in Hessen haben, laut Ausschreibung sollte aber ein „deutlicher Lebensbezug“ zu diesem Bundesland bestehen.

Das Pilotprojekt „Autorenresidenzen im ländlichen Raum“ war vom Hessischen Literaturrat erstmals im Jahr 2017 ausgelobt worden. Lyrikerin Safiye Can verbrachte einen Monat in Laubach und Open Mike-Preisträger Robert Stripling lebte für einen Monat in Münzenberg. Im Folgejahr wurde das Projekt ausgebaut und die Stipendiendauer auf zwei Monate verlängert.

Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll war auf das „Land in Sicht“-Stipendium des Literaturrats in einem Förderaufruf aufmerksam geworden und hatte die Bewerbung der Dreienberggemeinde als Autorenresidenz auf den Weg gebracht. Der Rathauschef erhofft sich von der Beteiligung an dem Projekt kulturelle Impulse und im Idealfall ein bleibendes Ergebnis, das über die Aufenthaltsdauer hinausgeht. „Wer weiß, vielleicht sind wir sogar Gastgeber für einen späteren Literaturnobelpreisträger“, sagt Noll augenzwinkernd.

Bewerbungsschluss für das Stipendium ist der 23. März. Die Entscheidung, welcher Autor zwei Monate in Friedewald verbringt, wird Mitte April getroffen.

Die Ausschreibung für das Literatur-Stipendium in Friedewald ist im Internet abrufbar unter

hessischer-literaturrat.de

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