Kultursommer Nordhessen

„Ich bin einer von euch“: Gil Ofarim trat in Friedewald auf - Fans reisen hinterher

Das Foto zeigt Musiker Gil Ofarim mit Gitarre am Mikrofon. Im Hintergrund: Keyboarder und Produzent Stephan Zeh.
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Trat am Wasserschloss in Friedewald auf: Musiker Gil Ofarim. Im Hintergrund: Keyboarder und Produzent Stephan Zeh.

Das Konzert im Schlosshof in Friedewald mit Gil Ofarim genossen die Besucher auf selbst mitgebrachten Stühlen. Immer wieder bezog der Musiker seine Fans ins Geschehen ein.

Friedewald – Ein angenehm temperierter Sommerabend, ein ganz besonderes Ambiente, ein das Publikum ganz persönlich ansprechender Sänger und, ja, auch ein Stück Freiheit – all das waren die Zutaten für das Wasserschloss-Open-Air mit Gil Ofarim, zu dem der Kultursommer Nordhessen am Freitagabend nach Friedewald eingeladen hatte.

Schnell ließen sich die mit dem einen oder anderen Getränk bestückten und auf Klappstühlen im Schlosshof sitzenden Besucherinnen und Besucher mitnehmen und begeistern von Gil Ofarims Freude, zusammen mit Keyboarder und Produzent Stephan Zeh und Gitarrist Stefan Maier auftreten, singen und spielen zu dürfen. „Geht es euch gut?“, fragte der Enddreißiger den ganzen Abend über. Nicht ohne zurückzublicken auf anstrengende anderthalb Jahre, auf die sie mitunter beherrschende Traurigkeit, auf die jetzt wieder spürbare Freiheit, „auch wenn ich nicht weiß, wohin sie uns führen wird“ und die Hoffnung: „Alles auf Hoffnung!“

Mal rockig, mal eher balladenhaft erzählt der Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim und dessen dritter Ehefrau Sandra von Menschen, die einem die Welt bedeuten, von Menschen, die man verloren hat, zu denen man aber immer noch eine Beziehung hat: „Mein Herz, es schreit nach dir.“ Das kommt an, und auch, dass er das Publikum einbezieht.

Ganz zwanglos mit Walter und dessen „Chefin“ spricht, aber auch mit Jessica und Simone, die ihm seit etwa 20 Jahren, jetzt mit ihren Familien, hinterherziehen. Man spürt, dass in Gil Ofarims Songs viel Leben steckt. Selbst erlebtes Leben, das anrührt. „Ein Teil von mir hört niemals auf zu lieben, wer wir waren, ein Teil von mir gehört immer noch zu dir“, singt er in liebevoller Erinnerung an seinen Vater.

Später erzählt er davon, wie er mit John Bon Jovi telefoniert, den Star erst gar nicht erkannt hat, wie er von dem amerikanischen Sänger ins Münchner Olympiastadion eingeladen worden ist, wo er das von ihm selbst geschriebene Lied „The Reason“ gesungen hat, in dem ganz sentimental davon die Rede ist, dass der geliebte Mensch der Grund fürs Leben, Weinen, Verabschiedenmüssen, Lächeln und Atmen ist.

Natürlich gibt es zum guten Schluss des anderthalbstündigen, in Anlehnung an Ofarims 2020-er Album von viel Hoffnung getragenen Kultursommerabends noch zwei Zugaben und das Statement des Künstlers: „Ich bin einer von euch: Singer, Songwriter, Mensch.“

Das macht ihn, zusammen mit seinen beiden, von ihm immer wieder kongenial in Szene gesetzten musikalischen Mitstreitern, sympathisch und glaubwürdig. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum Jessica und Simone ihm immer wieder nachreisen. (Wilfried Apel)

Konzert mit Gil Ofarim in Friedewald

Kultursommer Nordhessen: Musiker Gil Ofarim trat im Schlosshof in Friedewald auf.
Kultursommer Nordhessen: Musiker Gil Ofarim trat im Schlosshof in Friedewald auf.
Kultursommer Nordhessen: Musiker Gil Ofarim trat im Schlosshof in Friedewald auf.
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Konzert mit Gil Ofarim in Friedewald

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