Abreise erst im kommenden Jahr

Kein Zirkus in Corona-Zeiten: Familie Bügler sitzt weiterhin in Motzfeld fest

Nach unfreiwilliger Überwinterung in Motzfeld muss die Zirkusfamilie Bügler wegen Corona nun weitere Monate auf dem Sportplatz verbringen. Auf dem
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Nach unfreiwilliger Überwinterung in Motzfeld muss die Zirkusfamilie Bügler wegen Corona nun weitere Monate auf dem Sportplatz verbringen. Auf dem

Eigentlich wäre der Zirkus Bügler jetzt auf Tour, doch stattdessen ist die Familie auf dem Sportplatz in Motzfeld gestrandet.

Aus der ursprünglich geplanten Woche sind inzwischen fast zehn Monate geworden – und eine zeitnahe Veränderung ist ebenfalls nicht in Sicht.

Nachdem die Zirkusfamilie wegen einem technischen Problem notgedrungen in Motzfeld überwintert hatte (unsere Zeitung berichtete), wollte sie eigentlich Ende April weiterziehen. Doch als das Coronavirus Deutschland erreichte, wurde dem Vorhaben ein jähes Ende gesetzt. Der neue Plan sehe eine Abreise nun erst im kommenden Jahr vor, so Stefanie Heilig, die Schwiegertochter des Zirkusdirektors August Bügler.

Nach Sturmschäden steht nun das neue Zelt für die Pferde, Lamas und das Pony. Zum Programm gehört auch der 12-jährige Jason mit dem Lasso.

Die Krise habe die Familie besonders schwer getroffen. Vorstellungen waren zunächst unmöglich und auch nach den Lockerungen sei eine Öffnung nicht rentabel. Bei Einhaltung der vorgegebenen Abstandsregeln dürften lediglich zwölf anstatt der sonst üblichen 100 bis 120 Zuschauer die Vorstellung besuchen. Größere Zirkusse hätten es da einfacher. Auch kleinere Auftritte in Schulen und Kindergärten sind nicht möglich.

Da es sich beim Zirkus Bügler um einen reinen Familienbetrieb handelt, müssen aber keine Mitarbeiter bezahlt werden. Der Zirkus sei sehr freundlich von der Gemeinde Friedewald aufgenommen worden und habe erst kürzlich aus der Umgebung Flächen zur Verfügung gestellt bekommen. Aktuell finanziert sich der Zirkus überstaatliche Hilfszahlungen. Eine weitere finanzielle Belastung stelle auch die durch das Sturmtief Sabine entstandenen Schäden dar. Ein neues Zelt für die Tiere ist zwar vorhanden, muss nun aber abbezahlt werden.

„Es kommen auch viele Kinder, um die Pferde und das Pony zu füttern“, erzählt Heilig. Neben den Pferden gehören noch zwei Lamas zum Programm, um jungen Gästen die Tiere näher zu bringen.

Aktuell ist die Familie auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe. „Wir wollen weiterhin Vorstellungen geben, aber ein festes Winterquartier haben“, erklärt sie. Auch über einen Standort in der Umgebung wäre sie glücklich, denn die Zirkusfamilie fühle sich hier wohl. Die Kinder gehen in Schenklengsfeld und Friedewald zur Schule und haben sich bereits eingelebt, erzählt Jason Heilig, der Enkel des Zirkusdirektors. Die Zeit bis zur Fortführung des normalen Betriebs wird genutzt, um beispielsweise die Manege neu zu streichen. Die Familie wurde von der Corona-Krise vor viele Herausforderungen gestellt, aber ein Fortbestehen des Zirkus sei sicher, so Stefanie Heilig. Für die Wiederaufnahme des Zirkusbetriebs sei schon geplant, das bekannte Programm – bestehend aus Tierdressur, Kinderclowns, Jongleuren und mehr – weiterzuführen.

Von Clara Züger

Zum Programm gehört auch der 12-jährige Jason mit dem Lasso.

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