Neueröffnung des Heimatmuseums

Im Friedewalder Museum Sprichwörtern auf der Spur

Redensarten: Drehbare Tafeln, die mit finanzieller Unterstützung der EAM-Stiftung angeschafft wurden, erklären die Herkunft altdeutscher Sprichwörter.

Friedewald - Das Heimatmuseum Friedewald wird nach grundlegender Um- und Neugestaltung jetzt wieder eröffnet. Dabei stehen Sprichwörter im Mittelpunkt.

„Einen Zahn zulegen“, „Blau machen“, „Auf der hohen Kante haben“, „Alles in Butter“: Viele noch heute verwendete Sprichwörter haben ihren Ursprung im Lebens- und Arbeitsalltag vergangener Jahrhunderte.

Redensarten: Drehbare Tafeln, die mit finanzieller Unterstützung der EAM-Stiftung angeschafft wurden, erklären die Herkunft altdeutscher Sprichwörter.

Im Heimatmuseum Friedewald, das heute nach rund zweieinhalbjährigem Umbau offiziell wiedereröffnet wird, können die Besucher diesen Redensarten auf den Grund gehen: Dreiseitige drehbare Tafeln erläutern in der gesamten Ausstellung die Herkunft der Sprichwörter – jeweils passend zu den gezeigten Alltagsgegenständen, die zu komplett eingerichteten Werkstätten dörflicher Handwerker oder Bauernstuben arrangiert wurden. Seit dem Jahr 1968 betreibt der Heimatverein das Museum in einem Flügel des Friedewalder Schlosses.

Erste Überlegungen für eine Neugestaltung habe es bereits im Jahr 2010 gegeben, erinnert sich der Vorsitzende des Heimatvereins, Bernd Iffland. Jetzt haben die Mitglieder den Umzug der Gemeindeverwaltung ins Erdgeschoss des Museumsflügels genutzt, um die seit dem Jahr 1989 weitgehend unveränderte Schau zu überarbeiten. So wurde der Eingang ans gegenüberliegende Ende der Ausstellung verlegt. Durch den Abbruch zweier Großvitrinen wurde dort mehr Platz geschaffen. Fünf neue Großtafeln bilden hier mit multimedialer Unterstützung die Ortsgeschichte ab. An der gegenüberliegenden Wand, die nun überdimensionale Flachsblüten zeigen, wird die Verarbeitung der Pflanzenfasern zu Leinen dokumentiert. Dank fahrbarer Podeste können Feuerspritze und Webstuhl nun verschoben werden, um Platz für Veranstaltungen zu schaffen..

Weggefallen ist die Bergbauabteilung im nun von der Gemeindeverwaltung genutzten Erdgeschoss. Deren Exponate wurden teilweise vom Heringer Kalimuseum übernommen, der Rest im Depot des Vereins im alten Kindergarten eingelagert. Wo vorher eine Wendeltreppe hinunter in die Kali-Abteilung führte, befindet sich nun eine Bodenvitrine mit archäologischen Funden. Die landwirtschaftlichen Großgeräte sind in die benachbarte Wasserburg umgezogen, Schneider- und Schusterwerkstatt haben innerhalb des Museums einen neuen Platz gefunden. Eine Spezialfolie auf den südlichen Fenstern schützt die Exponate nun vor UV-Strahlung, ohne dass die Räume abgedunkelt werden müssen. Die Beleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt.

Komplett abgeschlossen ist die Umgestaltung noch nicht: Entsprechend der neuen Gliederung in die Bereiche „Ortsgeschichte“, Broterwerb“ und „Häusliches Leben“ würden die Exponate teilweise noch neu angeordnet werden, kündigen Iffland und sein Stellvertreter Markus Göbel an. Sukzessive solle zudem die wegen ihrer Frakturschrift für die jüngere Generation nur schwer lesbare Beschilderung auf ein einheitliches, vom Büro Volkert aus Bad Hersfeld entwickeltes, Design umgestellt werden – sobald der finanzielle Rahmen das zulasse.

Neben Förder- und Sponsorengeld hat der Verein auch nicht unerhebliche Eigenmittel und unzählige Arbeitsstunden in die Umgestaltung der Ausstellung investiert. Offiziell eröffnet wird das Museum mit einem Festakt am heutigen Freitag, bei dem zugleich das 50-jährige Jubiläum des Heimatvereins begangen wird. Am kommenden Sonntag, 19. Mai, dem internationalen Museumstag wird die nun über einen Aufzug barrierefrei erreichbare Ausstellung von 13 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt der Öffentlichkeit präsentiert. Um 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr starten Führungen durchs Museum. Kinder können zudem selbst Gummibälle herstellen, die Sütterlinschrift erlernen sowie Blaudruck und Weberei ausprobieren.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag: 9 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 16 Uhr, Mittwoch: 9 bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr, Samstag/Sonntag und Feiertag: 13 bis 17 Uhr. museum-friedewald.de

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