Friedewald, Heringen, Philippsthal und Hohenroda

Ostkreis-Kommunen planen gemeinsames Gewerbe- und Industriegebiet

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Möglicher Platz für neue Firmen: Auf diesem 23,8 Hektar großen Areal auf beiden Seiten der Birkenallee (links) könnte das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet der Stadt Heringen sowie der Gemeinden Friedewald, Philippsthal und Hohenroda entstehen. Am rechten Bildrand verläuft die B 62, im Hintergrund ist die Abraumhalde des K+S-Standorts Hattorf erkennbar.

In Friedewald, Heringen, Philippsthal und Hohenroda gibt es Überlegungen für ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet. In Frage kommt ein 23,8 Hektar großes Areal.

Die vier Ostkreis-Kommunen könnten demnach gemeinsam Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Friedewald für die Ansiedlung von Unternehmen erschließen und sich im Gegenzug die dort erzielten Gewerbesteuereinnahmen teilen. Durch die unmittelbare Nähe zur Autobahn hat die Dreienberggemeinde in den vergangenen Jahren einen regelrechten Ansiedlungsboom erlebt. Mit den Plänen des Haustechnik-Herstellers ACO-Passavant für ein neues Werk an der Autobahnabfahrt ist auch die gesamte, rund 22 Hektar große Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets West auf einen Schlag erschöpft. Weitere Unternehmen hätten bereits ihr Interesse bekundet, berichtet Bürgermeister Dirk Noll. Das Regierungspräsidium Kassel habe jedoch signalisiert, dass Gewerbeflächen künftig möglichst auf interkommunaler Basis geschaffen werden sollen.

Hintergedanke sei dabei ein Ausgleich von Standortnachteilen – auch Städte und Gemeinden, die weniger verkehrsgünstig liegen oder über keine geeigneten Flächen verfügen, sollen so von der Gewerbeentwicklung profitieren. Eine interkommunale Erschließung hat aus Nolls Sicht Vorteile: Im Gegensatz zu „Alleingängen“ wäre für das Projekt eine finanzielle Unterstützung durch das Land möglich. Weiterhin erhofft der Rathauschef sich schnellere Ansiedlungserfolge, da sich die Bemühungen der vier Kommunen künftig auf das gemeinsame Areal konzentrieren würden. Denn für Neuansiedlungen außerhalb des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiets würde für die Beteiligten künftig eine Fünf-Hektar-Grenze gelten. Zudem arbeite die Gemeinde bereits in Bereichen wie Verwaltung, Tourismus oder Wasserversorgung gut mit ihren Nachbarn zusammen.

Erste Gespräche der vier Bürgermeister mit dem Regierungspräsidium seien positiv verlaufen. Als möglicher Standort wurden Flächen nördlich der B 62 bei Lautenhausen ins Auge gefasst. Das 23,8 Hektar große Areal auf beiden Seiten der als Birkenallee bekannten früheren Trasse der Bundesstraße liegt unweit der Gemarkungsgrenzen zu Heringen und Philippsthal. Es sei von der Autobahn ohne Ortsdurchfahrt erreichbar und weit genug von den Ortslagen entfernt, sagt Dirk Noll. Mögliche Auswirkungen auf Anwohner und Natur seien zudem Bestandteil der notwendigen Bauleitplanung. Um den Wegfall landwirtschaftlicher Flächen gering zu halten, setzt der Rathauschef auf eine möglichst komprimierte Bebauung. Als Alternativstandort werde aber auch das Gelände östlich des bestehenden Gewerbegebiets zwischen Autobahn und Landesstraße nach Hönebach geprüft. Dafür müsste allerdings Wald gerodet und an anderer Stelle neu aufgeforstet werden.

In Stein gemeißelt sind die Pläne für das gemeinsame Gewerbegebiet noch nicht. In einer Studie, für die sich die vier Bürgermeister finanzielle Unterstützung aus dem Werra-Weser-Ulster-Fonds erhoffen, sollen zunächst die Erschließungskosten ermittelt werden.

Außerdem müssen auch die Gemeindegremien aller vier Kommunen sowie die Regionalversammlung Nordhessen grünes Licht geben – Letzteres könnte im Zuge der ohnehin anstehenden Neuaufstellung des Regionalplans geschehen. Die Bauarbeiten würden dann nach Nolls Einschätzung – vorbehaltlich der Zustimmung aller beteiligten Gremien – im Laufe des kommenden Jahres beginnen. (jce)

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