Bürgermeister informiert: Wichtige Projekte verzögern sich

Gesundheitszentrum ohne Tagespflege in Friedewald

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Baugenehmigung steht bevor: Im Zuge der Bauarbeiten soll der Eingang der Festhalle in den Bereich der bisherigen Bürgers tube auf der Rückseite verlegt werden.

Das Gesundheitszentrum, die Festhalle und die Kinderkrippe - über wichtige Projekte der Gemeinde Friedewald hat Bürgermeister Dirk Noll informiert. 

Friedewald – „Es läuft nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben“, räumte Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll ein, als er am Donnerstagabend im voll besetzten Saal des Hotels Zum Löwen über den Sachstand mehrerer Bauprojekte berichtete.

Mit dem Gesundheitszentrum, der Sanierung der Festhalle und der Erweiterung der Kinderkrippe liegen gleich drei Bauvorhaben hinter dem ursprünglichen Zeitplan.

Gesundheitszentrum

Als „besonders ärgerlich“ bezeichnete Noll die Entwicklung beim Gesundheitszentrum, das eigentlich schon seit diesem Frühjahr gebaut werden sollte.

Der DRK-Kreisverband Hersfeld als bisheriger Betreiber des Seniorenzentrums wollte auf der benachbarten Freifläche ein dreistöckiges Gebäude errichten, welches die Gemeinde als Generalmieter und wiederum an Arztpraxis, Bäckerei, Tagespflege sowie Ergo- und Physiotherapie untervermieten sollte. Das DRK habe sein Grundstück nicht verkaufen wollen, städtebaulich müsse an dieser prominenten Stelle aber etwas geschehen, erklärte der Rathauschef das Vorgehen. 

Mit dem Neubau solle zudem die Hausarztpraxis in der Gemeinde gehalten werden. Die Bauantragsunterlagen waren vom Architekturbüro Dietz bereits fertiggestellt, die Gemeinde hatte bereits benachbarte Grundstücke erworben und ein Anwesen abgerissen, um Park- und Freiflächen zu schaffen.

Im vergangenen Dezember verkündete der DRK-Kreisverband Hersfeld jedoch, dass er das Seniorenheim an den DRK-Kreisverband Fulda abgibt. Aus Sicht des Kreisverbandes sei das durchaus nachvollziehbar, betonte Noll, monierte aber die aus seiner Sicht mangelhafte Kommunikation: Die Gemeinde sei vollkommen überrascht worden, und dem Fuldaer DRK sei offenbar gar nicht nicht bewusst gewesen, dass bereits konkrete Planungen für Projekt existieren.

Zwar seien die neuen Eigentümer grundsätzlich an der Fortführung interessiert, Knackpunkt ist jedoch die Tagespflege, die von der Gemeinde-Diakonie betrieben werden soll. Anders als das heimische DRK ist das Rote Kreuz Fulda selbst in diesem Bereich tätig und wolle daher keinen Mitbewerber auf dem eigenen Gelände. Eine eigene Tagespflege wolle der neue Betreiber in Friedewald – zumindest vorerst – jedoch nicht anbieten. 

Deshalb wird das DRK Fulda nach derzeitigem Stand ein abgespecktes Gesundheitszentrum ohne Tagespflege bauen. Das Gebäude soll rund 300 Quadratmeter Nutzfläche weniger haben – mit Option auf einen späteren Anbau.

Sofern die Gemeindevertretung zustimmt, soll im Spätsommer mit den Arbeiten begonnen werden, der Fertigstellungstermin läge dann im darauffolgenden Sommer. Ob die Tagespflege doch noch anderenorts in der Dreienberggemeinde verwirklicht wird, ließ Noll offen: „Die Gemeindediakonie hat ihren Sitz in der Nachbargemeinde Hohenroda. Mein Amtskollege dort ist auch kein Dummer“, deutete er an.

Festhalle

Baugenehmigung steht bevor: Im Zuge der Bauarbeiten soll der Eingang der Festhalle in den Bereich der bisherigen Bürgerstube auf der Rückseite verlegt werden.

Bereits im vergangenen Oktober sollte die Sanierung der Festhalle beginnen. Rund 1,98 Millionen Euro soll der Umbau kosten, 355 000 Euro Fördergeld aus dem Dorferneuerungsprogramm sind bereits bewilligt. Weitere 45 000 Euro werden für die energetische Sanierung erwartet. Allerdings hat sich laut Bürgermeister die Baugenehmigung verzögert, weil ein vom TÜV-Süd im Auftrag der Gemeinde erstelltes Lärmgutachten sowie ein Brandschutzgutachten nachgebessert werden mussten. 

So seien anfangs der Lärm durch An- und Abfahrten der Besucher, Lüftungsanlagen und Fensteröffnungen nicht ausreichend berücksichtigt gewesen. Laut Brandgutachten wird die Halle jetzt für 500 Besucher ausgelegt. Die Baugenehmigung erwartet die Gemeinde jetzt im Laufe der kommenden Woche. Danach soll zeitnah mit den Arbeiten begonnen werden.

Kinderkrippe

Die Kindertagesstätte platzt förmlich aus allen Nähten: 2018 besuchten erstmals 90 Kinder die Einrichtung, 97 werden es voraussichtlich im Mai sein. Bis Mitte 202. Im Frühjahr sollten deshalb die Arbeiten für die Erweiterung des bestehenden Gebäudes um eine zweite Krippengruppe beginnen. Die Baugenehmigung dafür erwartet die Gemeinde in den kommenden Tagen.

Weil Bundesmittel bisher nicht abgerufen wurden, hat das Land zwischenzeitlich aber Förderbedingungen für den Kita-Ausbau verbessert: Statt 160 000 Euro würde die Gemeinde für die angedachte Erweiterung 250 000 Euro erhalten. Ein kompletter Neubau mit drei Krippengruppen auf separatem Grundstück würde sogar mit 900 000 Euro bezuschusst. 

Bei geschätzten Baukosten von rund 1,1 Millionen Euro bliebe ein Eigenanteil von 200 000 Euro – 50 000 Euro weniger, als nach alten Förderrichtlinien für den Anbau vorgesehen waren.

Die Gemeinde prüft deshalb diese Variante, mit der sich die Platz-Situation in der Kita deutlich entspannen würde. Neben dem Erwerb von Grundstücken im Umfeld der bestehenden Einrichtung wäre dafür gegebenenfalls auch eine Bauleitplanung nötig. Ziel wäre dann ein Baubeginn noch in diesem Jahr sowie die Fertigstellung im Herbst 2020, erläuterte Dirk Noll.

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