Führung per Smartphone

Heimatmuseum Friedewald bietet digitalen Rundgang an

Historisches digital erkunden: Die neue Web-App fürs Heimatmuseum Friedewald präsentieren (von links) Bernd Iffland (Vorsitzender Heimatverein), Arnold Weinert (gute Seele des Museums), Heike Volkert (Büro Volkert), Bürgermeister Dirk Noll, Sonja Weber (Vorstandsmitglied), Martina Schütrumpf-Führer (stellvertretende Museumsleiterin) und Markus Göbel (zweiter Vorsitzender Heimatverein).
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Historisches digital erkunden: Die neue Web-App fürs Heimatmuseum Friedewald präsentieren (von links) Bernd Iffland (Vorsitzender Heimatverein), Arnold Weinert (gute Seele des Museums), Heike Volkert (Büro Volkert), Bürgermeister Dirk Noll, Sonja Weber (Vorstandsmitglied), Martina Schütrumpf-Führer (stellvertretende Museumsleiterin) und Markus Göbel (zweiter Vorsitzender Heimatverein).

Das Heimatmuseum in Friedewald bietet seinen Besuchern jetzt einen digitalen Rundgang per Smartphone oder Tablet an.

Friedewald - Erklärungen zu den Exponaten im Heimatmuseum Friedewald erhielten Besucher in den zurückliegenden Jahrzehnten vor allem auf Tafeln mit Fakturschrift. „Insbesondere die junge Generation kann diese Schriftart heute kaum noch entziffern“, verdeutlicht Bernd Iffland, Vorsitzender des Heimatvereins Friedewald, der die Ausstellung im Südflügel des Schlosses seit 1968 unterhält. In den Museumsräumen ein Stockwerk über der Gemeindeverwaltung sind inzwischen nicht nur neue Schilder in einem neuen, besser lesbaren Design angebracht worden. Wer mehr zu den gezeigten Alltagsgegenständen, Handwerkstechniken sowie zur Ortsgeschichte der Dreienberggemeinde erfahren möchte, kann jetzt auf seinem Rundgang per Smartphone oder Tablet zusätzliche Informationen in Wort, Bild und Ton abrufen. Möglich macht das ein neuer Premium-Audioguide, der mit finanzieller Unterstützung aus dem Bundesprogramm „Neustart Kultur“ erstellt wurde.

Mit der technischen Umsetzung und Gestaltung der internetgestützten Applikation hat der Heimatverein Guido Kamm von der Internetagentur dd-media aus Kleinensee beauftragt. Recherche, Bildauswahl und die Erstellung von Texten und Grafiken für die Tafeln in der Ausstellung und die Inhalte der Webapp hat Heike Volkert vom Bad Hersfelder Büro Volkert Design übernommen, die die Präsentationen auch vorbereitet und vorerst ins System einstellt. Über QR-Codes auf den neuen Tafeln in der Ausstellung können die Besucher mit ihrem digitalen Endgerät das passende Kapitel in der Web-App aufrufen. Auswählen lassen sich die Inhalte in der App aber auch per Klick auf die jeweilige Station auf einem digitalen Museumsgrundriss und aus einer Themenübersicht. Neben umfangreicheren Texten und zahlreichen – teils historischen – Fotos sind in das neue Angebot teilweise auch Videos eingebunden, auf denen fast vergessene Handwerkskünste wie Blaudruck oder Glasmacherei Schritt für Schritt in Aktion gezeigt werden. Ergänzt werden soll die Web-App um Audio-Dateien, die von der örtlichen Firma Merged Media aufgenommen werden.

Unter mehreren vom Heimatverein angefragten Unternehmen habe sich die Web-App des heimischen Anbieters aus Kleinensee nicht nur am wirtschaftlich günstigsten erwiesen, sie biete auch einen großen Vorteil, betont Bernd Iffland: „Das System ist erweiterungsfähig und kann vom Heimatverein gepflegt werden.“ So solle in Zukunft neben dem Museum die Wasserburg eingebunden werden. Auch eine digitale Führung zu Friedewalder Denkmälern sei angedacht, kündigt der Vorsitzende an.

Insgesamt hat das Projekt rund 25 250 Euro gekostet. Davon wurden 22 000 Euro aus dem Bundesprogramm „Neustart Kultur“ finanziert. Im Programmteil mit dem etwas sperrigen Namen „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), für das sich der Heimatverein beworben hatte, koordiniert der Deutsche Verband für Archäologie (DVA) als Partner das Fördergeld für Heimatmuseen, private Museen, Ausstellungshäuser und öffentlich zugängliche Gendenkstätten. Die Gemeinde Friedewald beteiligt sich mit 500 Euro an dem digitalen Besucherführer. Den Restbetrag von 2750 Euro hat vorerst der Verein aufgebracht, der für den Ausbau des Angebots auf weitere Spenden hofft.

Öffnungszeiten: montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr. Statt fester Eintrittspreise wird am Ausgang um eine Spende gebeten.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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