Zwei Projekte auf der Zielgeraden

Friedewalder Parlament treibt Planung für Ärztehaus und ACO-Werk voran

Abschiedsgeschenk: Die Parlamentsvorsitzende Birgit Licht überreicht Friedewalds scheidendem Bürgermeister Dirk Noll eine Fotocollage.
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Abschiedsgeschenk: Die Parlamentsvorsitzende Birgit Licht überreicht Friedewalds scheidendem Bürgermeister Dirk Noll eine Fotocollage.

Das Friedewalder Gemeindeparlament hat zum Ende des Jahres die Planung für das Ärztehaus und das ACO-Werk weiter vorangetrieben.

Friedewald – Als Abschiedsgeschenk überreichte Friedewalds Parlamentsvorsitzende Birgit Licht dem scheidenden Bürgermeister Dirk Noll zum Ende der Jahresabschlusssitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend in der Festhalle eine Fotocollage aller Projekte, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurden – verbunden mit dem Dank für seinen Fleiß, seine Bürgernähe und seine Visionen.

Dass Letztgenannte die Dreienberggemeinde auch nach Nolls Wechsel als Erster Kreisbeigeordneter ins Landratsamt nachhaltig prägen werden, zeigen auch die zuvor in der Sitzung einstimmig getroffenen Entscheidungen. So fasste das Parlament einen neuen Grundsatzbeschluss zur Beteiligung am Bau eines Gesundheitszentrums gemeinsam mit dem Roten Kreuz. Das Vorhaben beschäftigt die Gemeindepolitik bereits seit dem Jahr 2017, hat sich jedoch unter anderem verzögert, weil der DRK-Kreisverband Bad Hersfeld das benachbarte Seniorenheim und damit auch das Bauprojekt zwischenzeitlich ans DRK Fulda veräußerte. Der neue Eigentümer lehnte die ursprünglich geplante Tagespflege eines Konkurrenzanbieters in seinem Gebäude ab (unsere Zeitung berichtete).

Der aktuelle Planungsstand sieht in dem dreigeschossigen Gebäude nun 227 Quadratmeter Fläche für die Hausarztpraxis im Erdgeschoss, 220 Quadratmeter als variable Praxisräume im ersten Stockwerk sowie 197 Quadratmeter als variable Praxisräume oder für zwei Mietwohnungen im Dachgeschoss vor. Als Generalmieter des DRK wird die Gemeinde die Räume an die Nutzer untervermieten.

Nach aktueller Kostenberechnung stehen einer Jahresmiete von rund 84 600 Euro jedoch nur Mieteinnahmen von 69 000 Euro gegenüber, was einer jährlichen Eigenbeteiligung der Gemeinde von 15 600 Euro entspricht, die Bürgermeister Dirk Noll in der langfristigen Sicherung der ärztlichen Versorgung gut angelegt sieht. Damit das finanzielle Risiko jedoch kalkulierbar bleibt, dürfen die Mietkosten laut Grundsatzbeschluss des Parlaments lediglich die Darlehensfinanzierungskosten des Bauherren zuzüglich eines zehnprozentigen Unterhaltungsaufschlags enthalten, die Baukostensumme von aktuell rund 1,7 Millionen Euro wird vertraglich auf einen 20-prozentigen Zuschlag gedeckelt. Bei der Gesamtfinanzierung soll grundsätzlich der im Haushaltsplan enthaltene Gemeindeanteil von 15 000 Euro berücksichtigt werden. Außerdem ist ein Vorkaufsrecht der Kommune für die Liegenschaft vorgesehen.

Auf die Zielgerade wurde während der Sitzung auch die Bauleitplanung für das Werk des Haustechnik-Herstellers ACO Passavant im Gewerbegebiet West gebracht. Das Gemeindeparlament wägte die eingegangenen Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplans sowie zur Aufstellung des Bebauungsplans ab und fasste die entsprechenden Entwurfsbeschlüsse. Eine besondere Herausforderung sei wegen der Nähe zum Wohngebiet das Lärmgutachten gewesen, berichtete Bürgermeister Dirk Noll. Durch mehrmalige Umplanung bei der Anordnung der Firmengebäude sowie der Arbeitsabläufe sei schließlich eine Unterschreitung des Nacht-Immissionsrichtwerts von 40 dB(A) um bis zu zehn dB erreicht worden. Besonderes Augenmerk habe zudem auf der Verkehrssituation gelegen, um einen Rückstau auf die Autobahn zu vermeiden.

Nachdem das Parlament im kommenden Februar über die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen entschieden hat, sollen die Planentwürfe öffentlich ausgelegt werden. Mit den Satzungsbeschlüssen des Parlaments könnte das Verfahren vor den Sommerferien abgeschlossen werden. Nach der voraussichtlich im Herbst zu erwartenden Genehmigung beginne eine einjährige Rechtsbehelfspflicht, die ACO abwarten wolle, sodass der erste Spatenstich wohl 2023 stattfinde, skizzierte der Rathauschef den weiteren Weg, den er selbst aus dem Landratsamt als Erster Kreisbeigeordneter verfolgen wird.

Für die Offene Liste legte Udo Wolf passend dazu in seinen Verabschiedungsworten Noll für diese Zeit vielsagend das „Land-Rad“ als adäquates Beförderungsmittel nahe, während Dietmar Thoms (SPD) eine Verabschiedungs-Aktion seiner Fraktion nach seiner „letzten Schicht“ im Rathaus ankündigte.

Der Rathauschef selbst bezeichnete das Erreichte vor allem als Teamleistung und appellierte an die Mandatsträger: „Haltet zusammen und bleibt auch in Zukunft eine Mannschaft, die bereit ist, Kompromisse zu finden.“ (Jan-Christoph Eisenberg)

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