Keine Freudensprünge

Friedewalder Haushalt schließt mit knappem Überschuss ab

+
So soll es aussehen: Mit rund 1,2 Millionen Euro ist die Sanierung der Friedewalder Festhalle die größte Einzelinvestition im Haushaltsentwurf, den Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll am Mittwoch vorstellte. Entwurf: Architekturbüro Albert Hess

Friedewald. Von „schwierigen Zeiten“ und „Gegenwind“ sprach Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll, als er der Gemeindevertretung den Haushaltsentwurf vorstellte.

Dennoch gelingt in der Dreienberggemeinde auch im kommenden Jahr der Ausgleich: Erträgen von 5,835 Millionen Euro stehen im Ergebnishaushalt Aufwendungen von 5,834 Millionen Euro gegen über. Daraus ergibt sich ein hauchdünner Überschuss von 600 Euro. Dabei kommt die Gemeinde ohne Steuer- und Gebührenerhöhungen aus. Und auch der sogenannte Cashflow – der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen laufender Verwaltungstätigkeit – beträgt immerhin noch 510 300 Euro. Abzüglich einer Tilgung über rund 389 100 Euro – durch die Ablösung eines Darlehens für den Kanalbau – bleibt eine freie Spitze von rund 121 000 Euro. „Kein Grund für Freudensprünge, aber immer noch oberhalb des neu eingeführten Liquiditätspuffers“, verdeutlichte Noll. Insgesamt schließt der Finanzhaushalt mit einem Finanzmittelfehlbetrag von 37 800 Euro.

Auf der Ertragsseite plant die Dreienberggemeinde mit Steuereinnahmen von rund 3,1 Millionen Euro, Gebühren von 1,2 Millionen Euro sowie Schlüsselzuweisungen von 466 000 Euro. Für die schwierige Haushaltslage seien insbesondere erhebliche Einbrüche gegen über den Orientierungsdaten des Landes bei Schlüsselzuweisungen (-36 000 Euro), Einkommenssteueranteilen (-90 000 Euro) sowie Gewerbesteuer (-150 000 Euro) ursächlich.

Bei den Umlageverpflichtungen von 1,8 Millionen Euro bringe die gesunkene Kreisumlage Verbesserungen von 33 000 Euro. Mit rund 902 400 Euro machten auch die Abschreibungen einen großen Anteil der Aufwendungen aus. Trotz aller Widrigkeiten sei das aktuelle Zahlenwerk kein Sparhaushalt, betonte der Rathauschef: „Kinder sind uns viel wert“, unterstrich Noll mit Blick auf einen Jahresverlust von 540 800 Euro im Bereich Kinder, Jugend und Familie. Die Entscheidung, die Betreuungsgebühren für über Dreijährige komplett abzuschaffen, sei ein wichtiger Standortvorteil.

Die um 179 000 auf 1,7 Millionen Euro gestiegenen Personalkosten seien neben Anpassungen in Kita, Bauhof und Verwaltung vor allem Tariferhöhungen und einer Höhergruppierung geschuldet. 60 000 Euro stehen für Straßenunterhaltung und Ausbau des Erdgasnetzes zur Verfügung. Mit rund 1,8 Millionen Euro investiert die Gemeinde im kommenden Jahr kräftig in ihre Infrastruktur – rund eine Million Euro mehr als im Vorjahr. Größter Brocken ist mit 1,2 Millionen Euro die Sanierung der Festhalle, 400 000 Euro sind für die Krippen-Erweiterung eingeplant, 70 000 für den ersten Bauabschnitt des Schelbäumer Weges von Hillartshausen nach Motzfeld, 50 000 Euro für die Freiflächengestaltung am Gesundheitszentrum und je 30 000 Euro für die Sicherstellung der Wasserversorgung und den Bau einer Toilettenanlage am Dorfplatz.

Neben Eigenmitteln und Zuschüssen und Veräußerungen nimmt die Gemeinde auch ein Darlehen über 900 000 Euro auf. Der Schuldenstand beträgt damit zum Jahresende voraussichtlich 10,2 Millionen Euro. Aufgrund des Großprojekts Festhalle sprach Noll jedoch von einem einmaligen Effekt – durch eine höhere Tilgung solle der Darlehnsstand bis Ende 2022 auf unter neun Millionen Euro zurückgefahren werden.

Kommentare