Gemeindeparlament für Erweiterung

Fahrrad-Fachhandel will sich in Friedewald ansiedeln

An exponierter Stelle: Auf diesem Gelände hinter dem Norma-Markt am Autobahnzubringer in Friedewald möchte sich ein Fahrrad-Fachhändler ansiedeln.
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An exponierter Stelle: Auf diesem Gelände hinter dem Norma-Markt am Autobahnzubringer in Friedewald möchte sich ein Fahrrad-Fachhändler ansiedeln.

Das Gewerbegebiet in Friedewald soll weiter wachsen: Geplant sind ein Fahrrad-Fachmarkt und ein Logistik-Zentrum.

Friedewald - Dieses Ziel bekräftigten die Gemeindevertreter der Dreinberggemeinde am Mittwochabend während ihrer Sitzung im Saal des Hotels zum Löwen durch mehrere Beschlüsse.

So möchte die neu gegründete Firma Bike-Store Friedewald am Autobahnzubringer hinter dem Norma-Markt einen Fahrradhandel mit Ausstellungsfläche, Werkstatt, Büro und Lager errichten. In dem insgesamt 975 Quadratmeter umfassenden Gebäude solle die sogenannte Großflächigkeitsgrenze von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht überschritten werden, berichtete Bürgermeister Dirk Noll.

Das rund 3000 Quadratmeter große, im Besitz der Gemeinde befindliche Gelände ist derzeit als Gewerbegebiet ausgewiesen, was Einzelhandel ausschließe. Deshalb muss zunächst der Bebauungsplan geändert werden. Ein entsprechendes Bauleitverfahren brachte die Gemeindevertretung mit ihrem einstimmigen Aufstellungsbeschluss auf den Weg. Als ersten Schritt für den Bau eines Logistikzentrums, das die Bauwo-Grundstücksgesellschaft aus Hannover an der Gabelung der Landesstraßen nach Hönebach und Herfa errichten möchte (unsere Zeitung berichtete), beschlossen die Gemeindevertreter zudem bei einer Gegenstimme, diese Grundstücke in die Bodenbevorratungsvereinbarung mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG) aufzunehmen. Die HLG soll den Ankauf des insgesamt rund 5,4 Hektar großen Areals zum Quadratmeterpreis von 15 Euro im Auftrag der Kommune abwickeln. „Aus meiner Sicht überwiegen die Nachteile“, kündigte Wilfried Möller (OL) sein negatives Votum an und verwies auf die Nähe zum Ort sowie Belastungen durch den zusätzlichen Lkw-Verkehr. Zudem werde ein Projekt dieser Größe womöglich nur interkommunal genehmigt. Dann würden weitere Kommunen profitieren, „die Gebäude hätten aber wir vor der Nase“, ergänzte sein Fraktionskollege Jürgen Bube.

Bernd Iffland (SPD) stellte hingegen auf die Nähe zum bestehenden Gewerbegebiet und die Erreichbarkeit ohne Ortsdurchfahrt heraus. Er plädierte dafür, dieses „Sahnestück“ nicht fallen zu lassen. Gerade die Logistikbranche habe die Region vergleichsweise gut durch die Krise gebracht, ergänzte sein Fraktionskollege Bernd Stahl. Auch Bürgermeister Dirk Noll warb dafür, die Flächen auf jeden Fall für Ansiedlungen zu sichern.

Einstimmig beschloss das Gemeindeparlament, beim Regierungspräsidium eine Abweichung vom Regionalplan für neue Gewerbe- und Industrieflächen zu beantragen. Diese sollen – gegebenenfalls gemeinsam mit Heringen, Hohenroda und Philippsthal – östlich des bestehenden Gewerbegebiets zwischen Autobahn und Landesstraße nach Hönebach geschaffen werden. Wilfried Möller (OL) und Bernd Iffland (SPD) unterstrichen in der Begründung dieses gemeinsamen Antrages beider Fraktionen die Vorteile gegenüber dem ursprünglich ins Auge gefassten Areal an der B 62 bei Lautenhauen: Das Gelände liege weit entfernt von der Wohnbebauung, sei über das bestehende Gewerbegebiet oder die Landesstraße ohne zusätzlichen Verkehr auf dem Autobahnzubringer erreichbar und ließe sich einfacher ans Strom-, Wasser- und Abwassernetz anschließen. Der Fichtenwald entlang der A 4 sei ohnehin stark durch Windwurf und Borkenkäferbefall geschädigt und könne anderenorts sinnvoller aufgeforstet werden.

Bürgermeister Dirk Noll dämpfte allerdings die Euphorie: Das Gebiet sei Windvorrang- und Kompensationsfläche für den Autobahnbau. Trotz der zu erwartenden Ausgleichsmaßnahmen und Aufforstung müsse am Ende noch ein wettbewerbsfähiger Grundstückspreis stehen. „Wir müssen also noch dicke Bretter bohren“, betonte der Rathauschef. jce

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