Trachten- und Volkstanzgruppe hatte eingeladen

Wenn der ganze Ort tanzt: Dorfabend in Lautenhausen

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Beste Unterhaltung bot die Volkstanz- und Trachtengruppe Lautenhausen. 

Zum 69. Mal hatte die Trachten- und Volkstanzgruppe Lautenhausen zum Dorfabend in die Bürgerbegegnungsstätte des Friedewalder Ortsteils eingeladen.

Und damit – wie der Vorsitzende Alfred Ries in seiner Begrüßung zufrieden feststellte – genauso oft wie die Bad Hersfelder Festspiele in diesem Jahr stattfinden.

Musik, Tanz und Theater standen an diesem Abend in dem 200-Einwohner-Dorf hoch im Kurs. Kein Wunder, wenn man weiß, dass allein die Trachten- und Volkstanzgruppe mehr als 100 Mitglieder aller Generationen hat.

Volkstanz – so zeigte der Abend im voll besetzten Bürgerhaus in Lautenhausen – erfordert eine gute Kondition und er hat zwar eine lange Tradition, ist aber alles andere als „altbacken“. In Lautenhausen stellten sowohl die Kindergruppe als auch die Jugend- und Erwachsenengruppe des Vereins ihr tänzerisches Können und ihre Begeisterung für den Tanz eindrucksvoll unter Beweis – begleitet wurden sie dabei von der vereinseigenen Musikgruppe. Von der „Wilden Hummel“ bis hin zum „Insterburger Viergespann“, von der Polka bis zum Walzer wurde viel geboten. Auch die bunten und aufwändig gestalteten Trachten (einige der Frauen trugen den traditionellen Brautkopfschmuck, die Schnierheit) waren mehr als einen Blick wert. Als Gäste hatten die Tänzerinnen und Tänzer den Gemischten Chor Motzfeld unter der Leitung von Margret Wolf auf die Bühne gebeten, der ein buntes Programm vom Volkslied bis hin zum mehrstimmig gesungenen Gospelsong im Gepäck hatte.

Am „Rentnerstammtisch“ hechelten Kurt (Horst Deiseroth), Willem (Dieter Heusner) und Heinrich (Alfred Ries) auf Platt die neuesten Entwicklungen im Dorf und in der Gemeinde durch, die von der „Windjammer-Parade“ am Dreienberg über den chronischen Zeitmangel durch Enkeldienste und das Wahlergebnis von Bürgermeister Dirk Noll bis hin zum Rätsel um den aus Sparsamkeitsgründen leergeräumten Behälter für die Hinterlassenschaften der vierbeinigen Freunde reichten.

Mit dem Einakter „Die Lüge“, den die Theatergruppe unter der Leitung von Petra Möller einstudiert hatte, endete das Programm. Der bevorstehende Besuch von Vetter Alois (Volker Münzel) und seiner kessen Tochter Eva (Petra Ries) bringt Rosi (Jeannine von der Heiden) und ihren Mann (Bernd Möller) in arge Bedrängnis. Dieser hatte ihnen den Bauernhof nur überlassen, weil sie ihm vorgemacht hatten, sie hätten einen musizierenden Sohn. Nun droht der Schwindel aufzufliegen und eine Lüge ergibt sich aus der anderen. Der abgerissene Straßenmusikant Moritz (Joshua Ries), der zufällig vorbeikommt, wird kurzerhand adoptiert und verjüngt, doch am Ende kommt die Wahrheit doch ans Licht.

Die von Karl-Heinz Rohrbach geleitete Musikgruppe wartete zum musikalischen Ausklang mit einem Medley aus Oldies der 1970er- und 1980er-Jahre auf und lud zum Weiterfeiern ein. (uj)

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