Corona: Nach dem Abi ein soziales Jahr statt Spanien

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Lernt alleine statt gemeinsam mit Muttersprachlern: Maximilian Branz hat seinen Spanien-Aufenthalt abgesagt. 

Hersfeld-Rotenburg – Eigentlich wollten zwei Abiturienten aus der Region nach dem Schulabschluss die weite Welt erkunden. Daraus wird in Corona-Zeiten erst einmal nichts.

Die 19 Jahre alte  Nele Stuhr aus Sontra, eine ehemalige Schülerin der Blumensteinschule Obersuhl, wollte eigentlich nach ihren Abiturprüfungen für einige Monate durch Kanada reisen. Dieser Plan steht nun auf wackeligen Füßen: „Man kann leider nicht vorhersehen, wie sich die Situation entwickeln wird, eigentlich wollte ich schon Anfang Juli los, jetzt muss ich abwarten was noch passiert.“ Ohnehin werde sie ihren Auslandsaufenthalt verkürzen müssen: „Ich möchte im Dezember gerne wieder zuhause sein. Da ich, wenn überhaupt, erst später fliegen kann, werde ich meine Planungen dementsprechend ändern.“ Der amerikanische Kontinent übe eine besondere Faszination auf sie aus, zudem wolle sie ihre Zeit vor dem Studium sinnvoll mit dem Erleben neuer Abenteuer in einem fremden Land und der Selbstfindung verbringen, fasst die 19-Jährige ihre Motivation für den Auslandsaufenthalt zusammen.

Ursprünglich habe sie geplant, das ganze Land zu bereisen: Von Vancouver über Vancouver Island nach Montreal bis zum finalen Ziel Toronto. Sogar die Schlafmöglichkeiten seien schon weit im Voraus organisiert worden: „Ich habe Verwandte in Kanada, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, und die mir für einen Teil meiner Reise ein Dach über dem Kopf angeboten haben. Ich habe mich sehr gefreut, sie zu treffen, und dementsprechend ärgerlich ist es, dass das Wiedersehen nun auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden muss.“ Bis es dann irgendwann losgehen kann, freut Nele Stuhr sich nun aber erst mal über ihre erfolgreichen Abiturprüfungen und genießt ihre Freizeit – bis zum hoffentlich baldigen Aufbruch in ihr Abenteuer.

Maximilian Branz (19) aus Lautenhausen hat ein ähnliches Problem: Sein Plan war es, nach seinem Abschluss ein halbes Jahr in Spanien zu verbringen: „Daraus wird leider erst mal nichts. Es war sowieso noch nicht ganz klar, ob ich nach Spanien gegangen wäre, so gesehen hat Corona mir die Entscheidung abgenommen und ich bin auch sehr glücklich mit dem sozialen Jahr, das ich stattdessen machen werde.“ Schade sei es trotzdem, denn Maximilian Branz wollte spanisch lernen: „Ich fand die Sprache schon immer schön, hatte in der Schule aber leider nicht die Möglichkeit, sie zu lernen. Mein Ziel war, dass ich durch den Kontakt mit Muttersprachlern ein besseres Gefühl für die Sprache bekomme und zumindest einige Grundlagen lernen kann.“

Immerhin könne er die Quarantäne nun, nach dem ganzen Abistress, mit selbstständigem Lernen verbringen.

Zumindest ein Trost bleibt den ehemaligen Schülerinnen und Schülern: Ihrem Lebenslauf können sie die Fähigkeit des Krisenmanagements beifügen.                                                                    VON MARIE BUCH

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