Bürgerinitiative Friedewald kritisiert Genehmigung des Windparks Waltersberg

Friedewald/Herfa. Die Entscheidung des Regierungspräsidiums Kassel, den Bau und Betrieb von sieben Windkraftanlagen des Windparks Herfa auf dem Waltersberg noch im Jahr 2016 zu genehmigen, ist für die Bürgerinitiative Friedewald überraschend und zu diesem Zeitpunkt unerwartet getroffen worden.

Das beklagt die Initiative in einer Pressemitteilung.

„Die Entscheidung ist für unsere Mitglieder, aber auch für die betroffenen Bürger deshalb nicht nachvollziehbar, weil neue Erkenntnisse des NABU zu Milanhorsten, Schwarzstorchhorst und Fledermausgutachten an das Regierungspräsidium Kassel gemeldet wurden. Sie hatten aber für die Entscheidung keine aufschiebende Wirkung. Denn daraus resultierende notwendige naturschutzbedingte Untersuchungen hätten erst im Jahr 2017 vorgenommen werden können“, heißt es in der Stellungnahme des BI-Vorstandes.

Herber Rückschlag

Damit zeige die Entscheidung zum Windpark Herfa auch, dass die politisch öffentlich geforderte ehrenamtliche Tätigkeit, hier des Nabu Dreienberg, nichts wert sei, wenn die Ergebnisse unbeachtet bleiben. Dies sei herber Rückschlag, weil im vorliegenden Fall den Ausführungen eines Ingenieurbüros und nicht eines Gutachters zum Naturschutz am Waltersberg mehr Beachtung geschenkt worden sei, als dem über Jahre hinweg gewonnenen Wissen von örtlichen Naturfachleuten. Die Erfahrungen mit dem Windpark Gaishecke hätten gezeigt, welche Aussagekraft das vom Antragsteller beigefügte Firmengutachten zum Naturschutz gehabt habe. Die Bürgerinitiative nimmt an, dass die Ablehnung des Windparks Gaishecke aus naturschutzrechtlichen Gründen letztendlich dazu geführt hat, dass zum Jahresende mit ungeheurer Dynamik mehrere Windparks in Osthessen, wie in einem im Eilverfahren, durchgepeitscht worden seien. Die BI fragt deshalb in ihrer Pressemitteilung: Wurde der zuständigen Behörde von anderer Stelle, zum Beispiel dem zuständigen Hessischen Wirtschaftsministerium, nach dem „Desaster Gaishecke“ eine zügigere Gangart auferlegt?

Das sei zumindest nicht gänzlich auszuschließen, nachdem der Windpark Herfa seit 2008/2009 Bürger und Kommunen beschäftigt habe und der Genehmigungsantrag zum Betrieb von ehemals 10 Windkraftanlagen bereits seit 2013 dem Regierungspräsidium Kassel zur Prüfung vorliege.

Die Genehmigung des Windparks Herfa ist für die Vertreter der BI ein weiterer Beweis dafür, wie Bürgerwille missachtet und Fakten keine Beachtung fänden, wenn es um wirtschaftliche Interessen und Lobbypolitik gehe, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. 

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