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Biogasanlage soll bei Lautenhausen entstehen: Betreiber stellen Pläne vor

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Großes Interesse: In der Bürgerbegegnungsstätte Lautenhausen stellten (vorne, von links) Sabine Döring, Thomas Dreisbach und Bürgermeister Dirk Noll die Pläne für eine Biogasanlage vor. © Eisenberg

Lautenhausen. Das Interesse der Lautenhäuser war groß: Im voll besetzten Nebenraum der Bürgerbegegnungsstätte informierten Landwirtin Sabine Döring und Thomas Dreisbach von der Herstellerfirma Agri Komp über den geplanten Bau einer Biogasanlage.

Eingeladen hatte Bürgermeister Dirk Noll, um sich ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung zu verschaffen, bevor die Gemeinde eine Stellungnahme ans Kreisbauamt abgibt. Auf einer Fläche am Vächer Weg, schräg gegenüber der vorhandenen Stallungen hat die Döring GbR den Bau einer sogenannten Kleinbiogasanlage mit 75 Kilowatt Leistung beantragt. Sie umfasst einen sechs Meter hohen Gärbehälter mit 13 Metern Durchmesser sowie einen ebenfalls sechs Meter hohen Lagerbehälter für die flüssigen Gärreste mit 24 Metern Durchmesser. In einem Blockheizkraftwerk, das in einem Container untergebracht ist, soll aus dem entstehenden Gas Strom und Wärme erzeugt werden. Hinzu kommt eine 200 Quadratmeter große Mistlagerplatte mit einer zwei Meter hohen Stützwand. Mit der Biogasanlage solle die Effizienz des Betriebs gesteigert werden, erklärte Sabine Döring. Investieren müsse die Familie ohnehin – durch strengere Auflagen bei der Lagerung von Festmist. Die Exkremente der insgesamt etwa 300 Mutterkühe und Jungtiere werden bislang auf dem Hof und am Feldrand zwischengelagert und direkt ausgebracht.

Der landwirtschaftliche Betreib der Familie Döring soll um eine Biogasanlage erweitert werden.
Blick auf den Bauplatz: Der Hof der Familie Döring (hinten rechts) am Vächer Weg. Auf der verschneiten Fläche links dahinter soll die Biogasanlage entstehen. © Eisenberg

Künftig sollen Mist und aufgefangene Sickerflüssigkeit in der Biogasanlage vergoren und die flüssigen Gärreste per Güllefass auf die Felder ausgebracht werden. Eingesetzt werde nur Rindermist und Jauche aus den eigenen Laufställen – pro Jahr rund 3000 Tonnen, betonten Döring und Dreisbach. Zusätzliche Energiepflanzen wie Mais müssten nicht angebaut werden. Die Geruchsbelästigung beim Ausbringen der Gärreste sei eher geringer als bei Mist, auch der landwirtschaftliche Verkehr gehe eher zurück, erklärte der Anlagen-Planer. In den Fragen der Zuhörer schwang allerdings die Befürchtung mit, dass künftig größere Mengen Mist und Gülle von anderen Landwirten zu der Anlage transportiert werden könnten. Die Planung sei auf das Mistaufkommen des eigenen Hofes ausgelegt, betonten Sabine Döring und Thomas Dreisbach. Um den Vächer Weg vom Baustellenverkehr zu entlasten regte Ortsvorsteher Friedhelm Schönewolf zudem an, die Fläche mit einer Baustraße direkt von der Kreisstraße nach Hillartshausen zu erschießen.

Kritisch hinterfragt wurde zudem, ob vom Gärrestelager, das eine Kapazität für etwa neuen Monate hat, eine Geruchsbelästigung ausgeht, was Dreisbach verneinte. „Der Mist stinkt mehr“, verdeutlichte Sabine Döring. Alternative zur Biogasanlage sei ein entsprechend größeres Mistlager.

Das Bauvorhaben ist am kommenden Mittwoch, 14. Februar, ab 19.30 Uhr auch Thema in der Sitzung des Ortsbeirats Lautenhausen.

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