Sich nah sein trotz Corona

Besuchercontainer vor dem Seniorenzentrum in Friedewald

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Der Besuchercontainer vor dem DRK Seniorenzentrum in Friedewald wird auf dem Parkplatz abgeladen.

Vor dem DRK-Seniorenzentrum in Friedewald steht jetzt ein Besuchercontainer, der auch in Corona-Zeiten Begegnungen der Bewohner mit ihren Angehörigen ermöglichen soll. 

Nach über einer Stunde Rangieren und genauem Ausrichten ist es vollbracht: Der Besuchercontainer vor dem DRK Seniorenzentrum in Friedewald steht bereit, damit sich Bewohner und Angehörige wieder ganz nahe sein können. Seit Mittwoch, 10. Juni, können sich Senioren mit bis zu drei Angehörigen in dem Container verabreden.

Die Besuchsbedingungen im Seniorenzentrum haben sich in den letzten Wochen und Monaten stark verändert. Nachdem zu Beginn der Corona-Pandemie gar keine Besuche gestattet waren, machte das Pflegepersonal zunächst virtuelle Treffen der Senioren mit ihren Angehörigen über die Plattform Skype möglich. Später wurden dann verschiedene Besucherplätze eingerichtet. Ein persönliches und intimes Gespräch war hierbei allerdings kaum möglich. Bei Balkon- oder Zaungesprächen blieb die vertraute Zweisamkeit häufig aus.

Dies soll aber von nun an wieder möglich sein: In dem 18 Quadratmeter großen Container sind zwar keine Berührungen möglich, dennoch können sich die Senioren und ihre Angehörigen, getrennt durch eine Glasscheibe, wieder ganz nahekommen. Unterhalten können sie sich per Telefon und Freisprechanlage. Hier finden die Menschen eine ungestörte Atmosphäre vor und sind vor Wind und Wetter geschützt.

Getrennt durch eine Glasscheibe, aber trotzdem ganz nah: In dem Besuchercontainer, wo hier noch Bürgermeister Dirk Noll, Donata von Schenk, Markus Otto, Reinhard E. Matthäi (DRK Bad Hersfeld) und Sandra Hyronimus stehen oder Platz nehmen, können sich ab sofort auch Senioren mit ihren Angehörigen treffen. Foto: Laura Hellwig

Jeder Bewohner darf einmal in der Woche Besuch empfangen, der vorher angemeldet werden muss. „Die Menschen sollen wieder am Leben teilnehmen, sie haben Sehnsucht nach ihren Kindern und Enkeln,“ erzählt Donata von Schenk, Präsidentin des DRK Fulda. Sandra Hyronimus, kommissarische Einrichtungsleiterin und Pflegedienstleiterin, berichtet, dass die Seniorinnen und Senioren die neue Besuchsmöglichkeit gut finden und sich auf die Besuche im Container freuen. Dennoch ist mit dieser Aktion auch ein Mehr an Arbeit für das Pflege- und Reinigungspersonal verbunden. Senioren mit körperlicher Beeinträchtigung müssen vom Pflegepersonal zu den Treffen begleitet werden und bei der Reinigung des Containers müssen zahlreiche Auflagen erfüllt werden.

„Aber es ist ein Aufwand, der sich lohnt,“ sagt Hyronimus, die auch die große Flexibilität ihrer Kolleginnen und Kollegen während dieser Zeit schätzt.

Wie lange der Container vor dem Seniorenzentrum stehen bleibt, ist noch offen – eben so lange, wie es die aktuelle Notsituation erfordert, so Markus Otto von der Geschäftsleitung des DRK Fulda. VON LAURA HELLWIG

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