Mansbacher Gestüts-Tradition lebt wieder auf: Arhöna-Fohlen zur Zucht zugelassen

Chip verrät die Herkunft

Daten unter der Haut: Zuchtleiter Hans Britze (rechts) pflanzt dem Stutfohlen Gemma einen Mikrochip mit der Verbandsnummer in den Halsmuskel. Josefine Leyh beruhigt das kleine Pferd. Foto: z

Mansbach. Nach 75-jähriger Unterbrechung wird in Mansbach die Tradition der Pferdezucht fortgesetzt. Am Dienstag dieser Woche nahm Zuchtleiter Hans Britze vom Zuchtverband für deutsche Pferde in Verden die ersten beiden Fohlen ins Zuchtregister auf, die auf dem Mansbacher Pferdehof Arhöna zur Welt kamen.

Der kleine graubraune Lusitano-Hengst Ghaiko wurde am 3. Mai von der Stute Zaquira geboren. Einen Monat später folgte das braune Stutfohlen Gemma der Stute Alteza, ebenfalls ein Ableger der portugiesischen Pferderasse Lusitano.

Diese sogenannte Körung ist eine ernsthafte Angelegenheit, denn es geht um die Dokumentation von Pferdestammbäumen, die über viele Generationen reichen. In der Reithalle ließ sich Zuchtleiter Britze von Arhöna-Geschäftsführer Heiko Steinmann und Pferdetrainerin Josefine Leyh die Abstammungsurkunden der Pferdeeltern vorlegen, ehe er die Fohlen nacheinander in Augenschein nahm.

Eine Helferin führte dabei jeweils die Mutterstute in Schritt und Trab durch die Halle, das Fohlen lief munter nebenher. „Ergiebiger Bewegungsablauf mit Takt und Sprung, ausgesprochen gut entwickelt, gute Haltung“ – so kommentierte der Fachmann die Vorführung, auch für die Zuschauer, die sich an der offenen Seite der Reithalle gesammelt hatten.

Dann kam der entscheidende Akt der Registrierung: Während Josefine Leyh die Pferdchen beruhigend im Arm hielt, spritzte ihnen Hans Britze einen Mikrochip mit der Registriernummer in den Halsmuskel. Mit Hilfe eines Lesegeräts von der Größe eines Schokoladenriegels lässt sich jetzt jederzeit die Identität des Tieres feststellen – auch, wenn es mehrfach seinen Besitzer und eventuell auch den Namen wechseln sollte.

Diese elektronische Kennzeichnung ist seit 2010 für Zuchttiere Pflicht und ersetzt auch die Markierung der Pferde mit dem Brandeisen.

Ghaiko hinterließ einen so guten Eindruck, dass ihm zusätzlich die Auszeichnung der Folienprämie 2011 gewährt wurde – die entsprechende Blechplakette dürfen die Arhöna-Leute dem munteren Mini-Hengst jetzt an die Stalltür schrauben.

Zur Zucht zugelassen wurden bei diesem Termin auch einige Stuten, darunter mit First Lady eine Halbschwester des Hengstes Totilas, der aktuell mit seinem Reiter Matthias Rath bei internationalen Dressur-Wettbewerben glänzt.

Von Peter Lenz

Kommentare