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Banken zur Kasse, bitte

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Heiße Suppe: Nach geduldigem Zuhören gab es den obligatorischen Linseneintopf vom DRK Schenklengsfeld, den hier Jenny Eichler und Daniela Deiseroth (von links) den Gästen servieren.  Foto: roda
Heiße Suppe: Nach geduldigem Zuhören gab es den obligatorischen Linseneintopf vom DRK Schenklengsfeld, den hier Jenny Eichler und Daniela Deiseroth (von links) den Gästen servieren. Foto: roda

Schenklengsfeld. Trotz Krise und Kurzarbeit verbreitete das Neujahrstreffen der IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) in der Schenklengsfelder Großsporthalle gebremsten Optimismus.

Im Zentrum des Werra-Kalireviers eröffnete Hans Schweinsberg, stellvertretender Vorsitzender des IGBCE-Bezirkes Kassel, die Veranstaltung. Sein Vorstandskollege Friedrich Nothhelfer würdigte in seinem Redebeitrag zwar die Lebensleistung der älteren Mitglieder. Allerdings müsse auch der Nachwuchs gefördert werden. Dabei sei es für seine jungen Kolleginnen und Kollegen heute kein Tabu mehr, über ihre zukünftige Rente und die Erwartungen an den Generationenvertrag öffentlich zu diskutieren. Besonders erfreut äußerte sich der IGBCE-Bezirksvorsitzende über die 770 Neuzugänge des Jahres 2009 in seinem Bereich. Damit zähle der Bezirk Kassel 21 352 Mitglieder und weise in den 81 Betrieben mit 60 Prozent den höchsten Organisationsgrad im Vergleich zu anderen Regionen auf. Beim Dauerthema zur Rückstandsverwertung aus der Kaliproduktion erkannte Nothhelfer mit der Vier-Gruppen-Einteilung verschiedener Lösungsmöglichkeiten eine gute Grundlage für die weitere Arbeit am runden Tisch. Der Sicherung von Arbeitsplätzen sowie von Umweltstandards und der wirtschaftlichen Machbarkeit müsse jedoch Priorität eingeräumt werden. Für die Zeit nach dem Jahr 2015 nannte Vorsitzender Nothhelfer die beiden Modelle der Fernleitung sowie der neuen „integrierten Salzwassersteuerung“ als planbare Varianten der Laugenentsorgung.

Garant der Stabilität

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt maß der Kaliindustrie im Werratal als Rohstofferzeuger und als Arbeitgeber einen hohen Stellenwert zu. K +S sichere der ganzen Region wirtschaftliche Stabiliät. Zudem äußerte er sich lobend über die schnelle Aufnahme der Streusalzproduktion im Kaliwerk Werra, als den Kommunen wegen des unerwartet frostigen Wetters Engpässe drohten. IGBCE-Hauptvorstandsmitglied Egbert Biermann stellte klar, dass durch konstruktive Zusammenarbeit von Politik, Arbeitgebern, Gewerkschaften, Betriebsräten und Beschäftigten vielen Menschen auch in der Krise eine Perspektive geschaffen werden kann. Dabei habe zum Beispiel die Kurzarbeit über 400 000 Beschäftigungsverhältnisse vorerst gesichert. Arbeitsplatzsicherung bleibe vorrangiges Ziel der IGBCE und Gebot sozialer Gerechtigkeit, damit die Arbeitnehmer nicht die Zeche für Spekulationsgeschäfte auf den Finanzmärkten zu bezahlen hätten. Von den Banken als Verursachern der Krise forderte Biermann einen Fonds, der die Realwirtschaft von möglichen Kosten bei Weiterführung der Kurzarbeit entlastet. Des weiteren müsse mehr Geld in die Qualifizierung investiert werden. Zudem habe die Krise den Wert einer industriellen Basis vor Augen geführt. Politische Entscheidungen zu deren Nachhaltigkeit müssten aber wieder Vorrang vor kurzfristigen Interessen haben, verlangte Egbert Biermann. Die Verköstigung der Gäste mit leckerem Linseneintopf regelte das DRK aus Schenklengsfeld. Die Bergmannskapelle Wintershall unter Leitung von Elmar Sichler machte die zackige Musik.

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