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Milchviehbetrieb Schäfer in Niedergude: Zweimal täglich in den Stall

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Moderne Technik hilft: Im Melkstand stehen die Kühe erhöht, während Silke Schäfer den Tieren das Melkzeug anlegt. Fotos: Eisenberg
Moderne Technik hilft: Im Melkstand stehen die Kühe erhöht, während Silke Schäfer den Tieren das Melkzeug anlegt. Fotos: Eisenberg

Niedergude. 365 Tage im Jahr – ob im Winter bei Frost oder in der Sommerhitze, sonntags oder an den Weihnachtsfeiertagen: Morgens und abends muss Familie Schäfer zum Melken in den Stall.

130 Milchkühe leben am Ortsrand von Niedergude in einem Laufstall mit Spaltenboden und strohgestreuten Liegeboxen. Um die Tiere zu melken, benötigen Silke und Jörg Schäfer etwa zweieinhalb Stunden. Auf Knopfdruck öffnen sich die Gatter zum Melkstand. Je acht Kühe trotten auf beiden Seiten ins Innere des gekachelten Raums. Silke und Jörg Schäfer arbeiten in der Mitte in einer Art Grube. Die Euter befinden sich so in der passenden Arbeitshöhe.

Bevor die Melkmaschine zum Einsatz kommt, melken die Landwirte die Kühe von Hand in einen Kusntstoffbecher vor, um mögliche Veränderungen zu bemerken. Mit Tüchern säubert Jörg Schäfer anschließend die Zitzen, bevor schließlich die Melkzeuge angelegt werden. Ein pulsierender Unterdruck sorgt in den vier sogenannten Melkbechern dafür, dass die Milch fließt.

Über einen Transponder am Halsband erkennt die Anlage, welches Tier gerade gemolken wird. Ist der Vorgang beendet, lösen sich die Melkzeuge automatisch und werden in Position gezogen. Die Landwirte sprühen die Euter mit einem Pflegemittel ein, dann öffnet sich auf Knopfdruck das vordere Gatter. Die Tiere trotten zurück zum Stall, die Prozedur beginnt von neuem.

Über Leitungen gelangt die Milch in einen Nebenraum, wird mit Brunnenwasser vorgekühlt und landet schließlich in einem Lagertank. Ein Lastwagen des Deutschen Milchkontors holt sie regelmäßig ab. „Milch ist eines der bestkontrolliertesten Nahrungsmittel“, betont Jörg Schäfer.

Bereits bei der Abholung werde sie auf verschiedene Parameter wie Zusammensetzung und Keime analysiert. Zusätzlich finde einmal im Monat die Milchkontrolle statt, die Rückschlüsse auf Fütterung und Tiergesundheit erlaube.

Während Jörg und Silke Schäfer im Melkstand arbeiten, versorgen ihre Kinder Hendrik (19), Laura (16) und Clemens (11) die „Trockensteher“. So werden die in einem separaten Laufstall untergebrachten Kühe genannt, die gerade nicht gemolken werden. Nach der Geburt eines Kalbes gibt eine Kuh etwa 300 bis 350 Tage lang Milch.

Nach sechs bis acht Wochen Pause kommt dann das nächste Kälbchen zur Welt. Aus einem Tränkeeimer füttert Laura Schäfer ein wenige Tage altes Jungtier mit Milch, die in einer Kanne aufgefangen wurde. Nach 14 Tagen wird dann auf Ersatzfutter umgestellt.

In einem Mischwagen bereitet Hendrik Schäfer derweil das Futter für die Milchkühe vor. Ein Gemisch aus Gras- und Maissilage, Getreide- und Kraftfutter landet in den Trögen. Über den Transponder am Halsband wird jedem Tier am Futterautomaten eine speziell abgestimmte Ration zugeteilt.

Auch wenn die Melkzeiten den Tagesablauf der Familie bestimmen: Weil drei Generationen und eine Halbtagskraft auf dem Hof mitarbeiten, ergäben sich durchaus Freiräume für Urlaube oder Feiern, erklärt Jörg Schäfer. (jce)

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