Unterwegs mit Hilforganisation

Zur Zahnbehandlung nach Uganda - Studentin aus Dens im Einsatz

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Zurück in der Heimat: Aus Uganda hat Alina Rüppel Geschenke und Andenken mit nach Dens gebracht. 

Dens. Etwa 300 Zähne hat Alina Rüppel in fünf Wochen gezogen. Die 24-jährige Zahnmedizin-Studentin aus dem Nentershäuser Ortsteil Dens war mit einer Hilfsorganisation in Uganda.

Alina Rüppel machte im Jahr 2012 ihr Abitur an der Schule in Gerstungen und begann danach ihr Studium in Göttingen. Sie wollte „etwas zurückgeben“, wie sie sagt, denjenigen helfen, denen sonst niemand hilft. Im Internet machte sie die Organisation Dental Volunteers ausfindig, sammelte Sponsorengelder und erbat von Medizinfirmen die nötige Ausrüstung: Zangen, Desinfektionsmittel, Betäubungsmittel, Material für Zahnfüllungen und vieles mehr. Zusammen mit drei Kommilitonen flog sie im Februar nach Afrika.

Mit Regenwasser duschen

Als „Kulturschock“ beschreibt Alina Rüppel ihre Begegnungen mit dem fremden Land. Richtige Straßen gebe es dort nicht, Strom nur manchmal. Die deutschen Studenten duschten sich in ihren Unterkünften mit Regenwasser aus dem Eimer. Dass es noch ärmlicher zugehen kann, erlebte Alina Rüppel an den verschiedenen Einsatzorten: In einem Dorf lebten die Menschen praktisch ohne Besitz in kleinen Lehmhütten.

Zurück in der Heimat: Aus Uganda hat Alina Rüppel Geschenke und Andenken mit nach Dens gebracht. Foto: Meyer

Mit geringsten Mitteln versuchten die Studenten, den gewohnten medizinischen Standard zu improvisieren. Ein Klassenraum etwa wurde zur Zahnarztpraxis, schäbige Schulbänke zu Behandlungsliegen. Ein Eimer, in den die Patienten spuckten, ersetzte die Absauganlage.

„Ganz viele Kinder hatten noch nie eine Zahnbürste gesehen“, sagt Alina Rüppel. Entsprechend schlecht waren die Zähne vieler Kinder und Erwachsener. Manche hatten so viel Zahnstein, dass die Zähne nicht mehr zu sehen waren. Mehr als zehn Stunden arbeiteten die Studenten täglich an verschiedenen Orten im Land und versuchten dabei auch, nachhaltig zu wirken: „In der Schule haben wir erreicht, dass die jetzt immer mittags zusammen Zähne putzen“, sagt Alina Rüppel ein bisschen stolz.

Luftsprung vor Freude

Alina Rüppel erinnert sich an einen kleinen Jungen, dem, so vermutet sie, säurehaltiges Trinkwasser die Zähne zerstört hatte. Als der seine heilen und glänzend weißen Zähne nach der Behandlung im Spiegel sah, sprang er vor Freude in die Luft. Später, als er für sich war, weinte er vor Glück.

Beeindruckt ist Alina Rüppel von der Mentalität der Menschen in Uganda. Kinder, hat sie beobachtet, würden sich niemals langweilen. Immer hätten die Kinder versucht, die fremden Menschen mit heller Haut zu berühren („Das war ein bisschen komisch“), und sie hätten sich extrem dankbar gezeigt und für die weißen Ärzte getanzt. Eine Frau schenkte den deutschen Studenten aus Dankbarkeit ihren einzigen Besitz, ein paar geflochtene Körbchen. Als Alina Rüppel nach ihrer Rückkehr in einen deutschen Supermarkt ging, konnte sie „gar nicht fassen, wie es hier aussieht“.

Nach Uganda will sie irgendwann zurückkehren und dort weiter helfen. Viele Kontakte in das Land sind jetzt geknüpft.

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