Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Zahl der Stalking-Opfer im Kreis Hersfeld-Rotenburg wächst

Hersfeld-Rotenburg. Stalking, also die hartnäckige Verfolgung einer anderen Person, ist auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg immer öfter ein Problem. 

Seit einigen Jahren werden Fälle, bei denen der Verdacht auf Stalking besteht, deshalb bei der Polizei klassifiziert. 20 bis 25 Fälle seien es durchschnittlich pro Jahr, berichtet Pressesprecher Manfred Knoch. Richter Dr. Rolf Schwarz vom Amtsgericht Bad Hersfeld bestätigt diese Zahl. Hier werde Stalking zwar nicht eigens erfasst, doch von den durchschnittlich 65 Gewaltschutzverfahren, die jedes Jahr vor Gericht kommen, gebe es bei etwa der Hälfte Elemente von Stalking.

Über 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen

Frauen sind sehr viel häufiger von Stalking betroffen als Männer. Nach Informationen des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), dem auch die Bad Hersfelder Beratungsstelle angehört, sind über 80 Prozent der Betroffenen weiblich. Die Täter sind häufig Ex-Partner oder -Ehemänner oder zurückgewiesene Personen, die die Abweisung nicht akzeptieren. Sie stammen aus allen sozialen Schichten.

Stalking ist nicht harmlos – das betonen Sabine Schütt-Dörrbeck und Elisabeth Rehs vom Verein „Frauen helfen Frauen“, der in Bad Hersfeld das Frauenhaus und mehrere Beratungsstellen im Kreis betreibt. „Das ist so unheimlich und unberechenbar und verunsichert die Frauen“, betont Schütt-Dörrbeck. „Viele werden davon krank, leiden unter Angststörungen oder Panikattacken“, ergänzt Elisabeth Rehs.

Sich gegen Stalking zu wehren ist schwierig. Manfred Knoch empfiehlt, sich alles genau aufzuschreiben und immer wieder Anzeige zu erstatten.“ Das sei auch online möglich, erklärt er. Die Polizei habe die Möglichkeit, gegen den Täter ein Annäherungs- und Kontaktverbot auszusprechen. Manchmal helfe das schon. Manche Täter fühlten sich dadurch aber erst recht herausgefordert. 

Hintergrund: Was ist Stalking?

Stalking bedeutet hartnäckiges Nachstellen und Belästigen einer anderen Person, deren physische und/oder psychische Unversehrtheit und Sicherheit dadurch bedroht wird. Der Übergang von Belästigung zum Stalking ist fließend. 

Stalkinghandlungen können zum Beispiel wiederholte Telefonanrufe zu jeder Tages- und Nachzeit, privat oder an der Arbeit sein, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, häufige Präsenz vor der Wohnung oder der Arbeitsstelle oder Verfolgung bei täglichen Wegen, massenhaftes Zusenden von Briefen, E-Mails oder SMS, Waren- und Annoncenbestellungen im Namen der Betroffenen, Sachbeschädigungen, z.B. am Auto oder im Garten, Einbruch und auch Gewalt bis hin zur Tötung. (Quelle: bff)

Quelle: HNA

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