Sie ist die Neue 

Yvonne Brunk ist die neue Schulleiterin der August-Wilhelm-Mende Förderschule

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Die Neue: Yvonne Brunk ist seit Anfang Februar Schulleiterin der August-Wilhelm-Mende Schule.

Bebra. Seit Anfang Februar bekleidet die 37-Jährige das Amt an der Förderschule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in Bebra. Ein kurzer Besuch bei bei ihr verrät, dass ihre neue Aufgabe vor allem eines mit sich bringt: jede Menge Verantwortung. 

Auf dem kurzen Weg von einem Klassenraum zu ihrem Büro sprechen drei Lehrer Yvonne Brunk an: Es geht um Vertretung, Personalratssitzung, Gesamtkonferenz. 

Yvonne Brunk begegnet ihren Kollegen auf dem Flur mit großer Aufmerksamkeit, und die aufgekommenen Fragen sind schnell geklärt. Ohne Frage liegt in ihrem Wesen die nötige Entschlossenheit, um die Vielzahl an unterschiedlichen Herausforderungen zu bewältigen. Aber nicht nur das: Wer sie im Umgang mit den geistig behinderten Kindern beobachtet, der nimmt auch ihr besonderes Einfühlungsvermögen wahr und die Vertrautheit, die zwischen ihr und den ungewöhnlichen Kindern besteht.

Kinder sind sensibel

Dass sie mit Kindern arbeiten würde, war ihr schon lange vor dem Abitur an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule klar. Dass sie sich Kindern mit geistiger Behinderung widmen würde, fand sie mit Hilfe der Berufsberatung und eines Praktikums in einem Heim für geistig behinderte Kinder in Kassel heraus.

Das Schöne an ihrer Arbeit beschreibt sie so: „Die Kinder sind ganz sensibel, und sie sind echt. Sie nehmen morgens, wenn du in den Klassenraum kommst, genau wahr, wie es dir geht.“ Das besondere Merkmal dieser Arbeit sei die Kleinschrittigkeit: Man lerne, kleine Erfolge zu beobachten, anzunehmen und sich daran zu erfreuen.

Karriereschritt

Der Karriereschritt von der Lehrerin zur Schulleiterin bot sich nach dem Ausscheiden von Schulleiter Reinhold Track viel früher, als Yvonne Brunk erwartet hatte. Nach einer Phase intensiven Nachdenkens entschied sie, die sich bietende Gelegenheit zu ergreifen. Mit etwas Wehmut denkt sie an die Zeit zurück, als die Arbeitstage viel früher endeten, mehr Raum für den Ehemann, den Garten und Spaziergänge mit dem Hund blieb. „Ich bin ein Draußen-Mensch“, sagt sie.

Was ihr die Entscheidung erleichterte, waren das Kollegium und die gute Atmosphäre am Arbeitsplatz, der für sie deshalb „wie ein Zuhause“ ist. Dazu trägt sie ihren Teil bei: Für die Sekretärin, die heute Geburtstag hat, hat sie einen Kuchen gebacken. Und auch die Schüler scheinen zu wissen, was sie an ihrer neuen Schulleiterin haben. In Brunks Büro steht eine Rose auf dem Tisch. Ein Schüler hat sie ihr an Fasching geschenkt.

Zur Person

Yvonne Brunk ist 37 Jahre alt und stammt aus Breitenbach. Sie machte ihr Abitur an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule und studierte Förderschullehramt in Ludwigsburg und Reutlingen, bevor sie in die Heimat zurückkehrte und ihr Referendariat an der August-Wilhelm-Mende-Schule absolvierte. Hinterher wurde sie dort als Lehrerin eingestellt. Bis zu ihrer Heirat im vergangenen Jahr hieß sie Rüger mit Nachnamen. Mit Mann und Hund lebt sie in Lüdersdorf. Eine Herausforderung für die Zukunft sieht sie im akuten Lehrermangel im Förderschulbereich. 

Quelle: HNA

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