Aktion Advent: Zehnjähriger verkauft Witze auf dem Weihnachtsmarkt

+
Wandelndes Witzebuch: Cedrik Furchner kennt so viele Witze auswendig, dass er sie kaum zählen kann. Auf dem Weihnachtsmarkt verkauft er seine Späße zugunsten der Aktion Advent.

Rotenburg. Wenn Cedrik Furchner einen Witz erzählt, dann erzählt sein ganzes Gesicht mit: Die Augen blitzen, die Mundwinkel wandern nach oben und unten, und am Schluss breitet sich ein Ausdruck der freudigen Erwartung rund um Cedriks Sommersprossen aus.

Der zehnjährige Rotenburger verkauft Witze an Besucher des Rotenburger Weihnachtsmarkts und spendet das Geld der HNA-Aktion Advent.

Zwei Witze gibt es für einen Euro. Kostprobe gefällig? „Ich kann wieder laufen“, sagt ein Mann nach dem Gottesdienst zum Pfarrer. „Hat dich ein göttliches Wunder geheilt?“, fragt der Pfarrer. Der Mann: „Nein. Man hat mir mein Fahrrad gestohlen.“

Im Notfall aus dickem Buch

Cedrik spaziert, die Eltern im Schlepptau, forsch über den Weihnachtsmarkt und spricht die Leute an. Mit den Händen hält er ein Schild, das dazu aufruft, die Aktion Advent zu unterstützen. Cedrik kann so viele Witze auswendig, dass er sie gar nicht zählen kann. Für den Notfall wartet in Mamas Handtasche ein dickes Buch, in das Cedrik haufenweise blaue Zettelchen geklebt hat, damit er die besten Witze sofort findet.

Cedrik liebt Witze, seit der Opa ihm vor drei Jahren ein furchtbar dickes Witzebuch geschenkt hat. „So dick“, sagt Cedrik und hält die Handflächen weit auseinander. Wenn Cedrik die HNA aufschlägt, schaut er zuerst auf der Seite mit den Comics - Cedrik liebt Hägar den Schrecklichen. Als er von der Aktion Advent hörte, dachte er: „Mensch, du kannst so gut Witze erzählen, da kannst du doch auch anderen Menschen damit helfen.“

Kein Lieblingswitz

Einen Lieblingswitz hat Cedrik nicht, aber, so viel verrät er, er mag auch ganz gern die ekligen, zum Beispiel diesen: „Warum bist du so bekleckert mit braunen Flecken?“, fragt die Mama ihren Max. „Ich hab' mich im Gras gewälzt“, sagt Max. „Aber Gras ist doch grün!“ – „Nicht, nachdem die Kuh es gegessen hat!“

Dann ist da noch der Witz vom Herrn Schweißeimer, der seinen Namen in Schweißheimer ändern lassen will, und der, wie er dem Beamten verrät, schon für das W in seinem Namen einen Haufen Geld auf dem Amt bezahlen musste. Oder die Geschichte vom Pfarrer und dem Krankenwagenfahrer. Beide klopfen bei Petrus an, und der lässt den Pfarrer draußen warten: „Wenn der Krankenwagenfahrer kam, haben alle gebetet, aber in deinem Gottesdienst haben alle geschlafen.“

Weiter unterwegs

Die meisten Weihnachtsmarktbesucher zahlen gern für zwei Witze, und nach einer guten Stunde sind schon 68,70 Euro in die Spendendose gewandert. Wer in den kommenden Tagen den Weihnachtsmarkt besucht, der hat gute Chancen, Cedrik zu treffen und ihm zwei Witze abzukaufen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare