Bürgermeister war - Umweltausschuss tagte

Arsenbelastung in Richelsdorf: Wirth wünscht sich mehr Hilfe vom Land

Die Arsen-Belastung auf dem Kinderspielplatz (Foto) und dem dahinter liegenden Minigolfplatz in Richelsdorf ist so hoch, dass der Boden definitiv ausgetauscht werden muss. Deshalb gab es dort auch keine Nachuntersuchungen. Die Grundstücke gehören der Gemeinde Wildeck. 
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Die Arsen-Belastung auf dem Kinderspielplatz (Foto) und dem dahinter liegenden Minigolfplatz in Richelsdorf ist so hoch, dass der Boden definitiv ausgetauscht werden muss. Unser Symbolbild stammt aus dem vergangenen Jahr.

Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth hatte sich von der Sitzung des Umweltausschusses in Wiesbaden zur Sanierung der Altlasten in Richelsdorf mehr erhofft.

Wildeck - „Ich hätte mir mehr Engagement und weitere finanzielle Unterstützung vom Land gewünscht“, sagte Wirth nach der Sitzung, zu der er nach Wiesbaden gefahren war. „Die Landesregierung hätte dazu sicherlich auch die Möglichkeiten.“

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Die SPD-Landtagsfraktion hatte das Thema mit einem Antrag auf die Tagesordnung gebracht und fragte nach dem Stand der Dinge, was die Hilfe für die von der Arsenbelastung betroffenen Grundstückseigentümer angeht.

Das Umweltministerium geht davon aus, dass 14 private Grundstücke in Richelsdorf saniert werden müssen, mit einer Gesamtsanierungsfläche von 5800 Quadratmetern. Das Land rechnet mit Kosten von etwa 100 Euro pro Quadratmeter für den Austausch des Bodens – also insgesamt etwa 600 000 Euro (wir berichteten).

Für den Ersatz des Mutterbodens sei mit 20 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 40 Euro pro Kubikmeter kalkuliert worden, berichtete die SPD-Landtagsabgeordnete Karina Fissmann aus der Sitzung des Umweltausschusses. Sollte die Gemeinde Wildeck diesen Boden kostenlos zur Verfügung stellen, bedeute dies ein Volumen von allein 120 000 Euro. Zudem rechne das Umweltministerium mit Planungskosten von bis zu 75 000 Euro, die vom Land übernommen würden. Weitere Kosten, wie die vom Land zur Verfügung gestellten Container zur Beförderung auf die Halde, kämen hinzu, erläuterte die SPD-Landtagsabgeordnete.

Der Kreistag, das Parlament des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, hatte sich in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich dafür ausgesprochen, den Eigentümern der mit Arsen verseuchten Grundstücke finanziell bei der Sanierung zu helfen. Mit wie viel Geld die Betroffenen rechnen können und wie diese Förderung geregelt wird, dafür soll der Kreisausschuss ein Konzept erarbeiten. Die Abgeordneten stimmten darüber hinaus dafür, dass der Kreis entweder über den Landesausgleichsstock oder aus dem Härtefallfonds Geld beim Land einwerben soll (wir berichteten).

„Mittel aus dem Landesausgleichsstock hat Umweltministerin Priska Hinz ausgeschlossen“, berichtete Fissmann aus dem Umweltausschuss in Wiesbaden. „Hier wird mit verschiedenem Maß gemessen“, betonte Fissmann. „Die Richelsdorfer müssen letztlich selbst in die Tasche greifen. Hingegen bei Investitionen für Sportstadien oder bei der Beseitigung von Umweltschäden greift das Land Hessen mit dem Landesausgleichsstock in die Finanzierung ein.“

Das Land werde auch die Kosten für das zu erstellende Sanierungsgutachten übernehmen, betonte die Landtagsabgeordnete der Grünen, Kaya Kinkel, nach der Sitzung des Ausschusses. Auch dadurch würden die Kosten weiter sinken. „So kann durch das Zusammenwirken aller politischen Ebenen die Belastung für die Grundstückseigentümer sehr deutlich reduziert werden“, betonte Kinkel. „Wenn die individuellen Kosten feststehen, wird gegebenenfalls eine Härtefallprüfung vorgenommen“, betonte Kinkel.

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