Ortsgruppen Kassel und Bebra

„Wir pfeifen nicht zum Spaß!“: GDL warnt vor Gefahren des Bahnbetriebs

Mahnen zur Vorsicht am Bahnübergang: Michael Kleinmeier und Patrick Rehn. Foto: nh

Bebra. Die Vorstände der Ortsgruppen Kassel und Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) weisen auf die vielfältigen Gefahren im Eisenbahnbetrieb hin.

Patrick Rehn, Mitglied des Vorstandes der Ortsgruppe Bebra erläutert: „Personenzüge werden heute meist mit leisen und in Beschleunigung und Bremsvermögen starken Triebwagen gefahren. Vor Güterzügen kommen moderne Lokomotiven zum Einsatz und durch neue Bremsbeläge, sind auch die Waggons selbst bei hoher Geschwindigkeit erheblich leiser.“ Die Gefahren haben in den vergangenen Jahren hauptsächlich durch die Ablenkung von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr zugenommen. Das größte Problem seien dabei nicht in erster Linie die hochbelasteten Hauptstrecken. 

Kleinemeier: „Es sind die Nebenstrecken wie beispielsweise von Gerstungen nach Heimboldshausen mit zahllosen unbeschrankten Bahnübergängen. Hier kommt es an Überwegen für Fußgänger und an Bahnübergängen immer wieder zu kritischen Situationen.“ Fahrer von Kraftfahrzeugen nähern sich Bahnübergängen zumeist ohne ihre gefahrene Geschwindigkeit nennenswert zu reduzieren. Kleinemeier: „Kommt es dann allerdings zur Kollision, ist es egal ob man zu Fuß, mit dem Fahrrad, einem Geländewagen oder Lkw unterwegs ist. Die Schäden für Leib und Leben sind da und beeinträchtigen möglicherweise ein ganzes Leben oder beenden dies auch. Auch unsere Kollegen tragen Schäden davon, wobei mancher teilweise nie mehr in den Führerstand zurückkehren kann und unverschuldet seinen Arbeitsplatz verliert“. 

Die GDL-Mitglieder sehen daher auch Eltern, Kindergärten und Schulen in der Pflicht. Auch mancher Erwachsener sollte sich nach Ansicht der Gewerkschafter die Bedeutung des Andreaskreuzes an einem Bahnübergang in Erinnerung rufen: „Züge pfeifen, hupen und klingeln nicht zum Spaß.“ (red/jce)

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