Unfall am Bahnhof Sontra: Wildschweinrotte sorgt für Zug-Chaos

Sontra. Ein Zugunfall mit einer Rotte Wildschweinen am Bahnhof in Sontra hat in der Nacht zu Montag den Zugverkehr auf der Nord-Süd-Strecke über Bebra zum erliegen gebracht.

Insgesamt 24 Züge häuften eine Summe von 1670 Minuten Verspätung an, heißt es von der Bundespolizeiinspektion in Kassel.

Der Lokführer eines Güterzuges hatte beim Ausfahren aus dem Bahnhof einen Zusammenstoß bemerkt und nach dem Halt bei der anschließenden Suche Blutspuren gefunden. „Er hat zunächst befürchtet, eine Person angefahren zu haben“, so Bundespolizeisprecher Peter Dittel. Stattdessen hatte der Güterzug wohl eine Rotte von mindestens drei Wildschweinen angefahren, heißt es.

Niemand verletzt - außer den Tieren

Laut Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt mussten die Tiere zur Seite geschafft werden. Vor Ort waren die Bundes- und Landespolizei, die Freiwillige Feuerwehr Sontra mit 15 Einsatzkräften sowie ein Notfallmanager der Deutschen Bahn. Auch ein Notarztwagen war angefordert worden, da zunächst nicht feststand, von wem das Blut am Güterzug stammte. Außer den Tieren gab es jedoch keine Verletzten, betont Peter Dittel.

Die Folgen der Streckensperrung: Weil die Züge im Nord-Süd- und Süd-Nord-Verkehr wegen Bauarbeiten in Kassel nicht auf die Strecke über Melsungen und Hedemünden umgeleitet werden konnten, mussten sie das Ende der Sperrung abwarten. Betroffen waren auch weitere Güterzüge der DB und privater Eisenbahnunternehmer.

Die Strecke konnte erst gegen 1.40 Uhr wieder freigegeben werden, in den Knotenbahnhöfen Eichenberg und Bebra kam es jedoch durch die hohe Zahl der Züge zeitweise zu weiteren Verzögerungen, so Patrick Rehn von der Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Betroffen gewesen seien unter anderem der Nachtzug 491 von Hamburg nach Wien und Innsbruck, der sich durch die Streckensperrung um weitere 100 Minuten verspätete.

Nur der Schienenräumer ist leicht verbogen

Der verunfallte Güterzug konnte seine Fahrt fortsetzen: Der Schienenräumer hatte sich ledglich leicht verbogen, heißt es von der Bundesplizeiinspektion. Die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest. Zum wirtschaftlichen Schaden durch die verspäteten Züge hat sich die die Deutsche Bahn bisher nicht geäußert.

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