Stellungnahme zu Schulentwicklungsplan

Wildecker Parlament: Grundschule in Hönebach unverzichtbar

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Zukunft in Gefahr: Die Hönebacher Grundschule soll nach dem Entwurf des Schulentwicklungsplans zum Schuljahr 2021/22 geschlossen werden, weil die Schülerzahl nach derzeitigem Stand auf unter 25 absinkt. 

Wildeck. Auch die Wildecker Gemeindevertretung steht geschlossen hinter der Grundschule Hönebach. Eine Schließung sei nicht vertretbar, betonten Mitglieder aller Fraktionen.

Noch bevor Dr. Kurt Schreiner von der FWG-Fraktion am Donnerstagabend im Wildecker Parlament ein einziges Wort gesagt hatte, war ihm die volle Aufmerksamkeit sicher: Vorn ans Rednerpult heftete er ein großes Foto von einem Wahlplakat: „Das A und O – Schule vor Ort“. Das Plakat stammt allerdings nicht von der FWG, sondern von der SPD.

„Dass Sie das noch erleben dürfen, dass ich hier ein Plakat von Ihnen aufhänge“, rief er schmunzelnd in Richtung SPD-Fraktion. Aber es ging Dr. Schreiner um die Sache – und in der waren sich in diesem Fall alle Gemeindevertreter einig: Eine Schließung der Grundschule in Hönebach ist nicht vertretbar.

Und so fiel die Abstimmung auch einstimmig aus – bei einer Enthaltung aus der SPD-Fraktion: Das Parlament beschloss, dem Landkreis eine ablehnende Stellungnahme zum Entwurf des Schulentwicklungsplans zu erteilen. Die Planung sieht vor, die Grundschule in Hönebach für das Schuljahr 2021/22 zu schließen, weil nach derzeitigem Stand die Schülerzahl auf unter 25 absinkt.

Bürgermeister Alexander Wirth hatte in einem interfraktionellen Gespräch die Argumente gesammelt und daraus eine Vorlage für die Stellungnahme verfasst, in die dann nochmals Änderungswünsche aus den Fraktionen eingearbeitet wurden. „Heute kämpfen wir gemeinsam für den Erhalt der Grundschule in Hönebach“, sagte Wirth im Parlament.

Milliarden-Überschüsse

Dr. Schreiner hielt ein leidenschaftliches und ausführliches Plädoyer für den Erhalt der Schule. Die Schule sei bekannt für ihr vielseitiges und ihr besonderes Angebot und ein sehr engagiertes Lehrerkollegium. Sie werde stark unterstützt von den Schuleltern und der Bevölkerung. „Mit Schulschließung will man Geld sparen“, sagte Schreiner. Der Kreis wolle sich von Immobilien und deren Unterhaltung trennen und das Land möglichst wenig Lehrer bezahlen. „Gleichzeitig erwirtschaftet unser Staat jährlich Milliarden-Überschüsse. Das passt nicht zusammen.“ Das Schulwesen sei eine der wichtigsten Aufgaben des Staates.

Junge Familien ziehen nach

Auch Vertreter der anderen Fraktionen traten vehement für den Erhalt der Schule ein. „Die Schließung wäre ein großer Verlust für den Ortsteil und die Gemeinde“, sagte Rene Sufin (SPD).

Christian Eimer (Grüne) erinnerte daran, dass in den vergangenen zwei Jahren junge Familien in Hönebach zugezogen seien. Er hoffe, dass sich auch dadurch der negative Trend bei den Schülerzahlen wieder umkehre. „Kurze Beine, kurze Wege – das ist auch bei der Schule wichtig“, sagte Gerhard Bick für die FDP. „Die Schülerzahlen steigern könnten wir auch, wenn wir in Hönebach Kinder mit Migrationshintergrund auch aus anderen Orten aufnehmen könnten“, sagte Christof Schade (CDU).

Die endgültige Entscheidung, wie der fortgeschriebene Schulentwicklungsplan für den Kreis aussehen soll, wird der Kreistag fällen. 

Den Wortlaut der Stellungnahme des Parlaments finden Sie in der gedruckten Samstagausgabe unserer Zeitung und im E-Paper. 

Quelle: HNA

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