Parlamente haben entschieden

Wildeck und Nentershausen sagen Nein zu Windkraft-Plänen

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So oder so ähnlich könnte der Blick auf die geplanten Windkraftanlagen vom Wildecker Ortsteil Richelsdorf aussehen: Abo-Wind will für den Windpark fünf Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Nentershausen und eine Anlage auf dem Gebiet der Gemeinde Wildeck errichten.

Nentershausen/Wildeck. Die Firma Abo-Wind will einen Windpark mit insgesamt sechs Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinden Nentershausen und Wildeck errichten. An den bislang vorgelegten Unterlagen und der Art, wie das Verfahren betrieben wird, gibt es massive Kritik.

In ihren jüngsten Sitzungen waren die Parlamente vom Regierungspräsidium aufgefordert, das sogenannte gemeindliche Einvernehmen zu den bisher vorgelegten Plänen zu erteilen oder zu versagen – also ihr Einverständnis zu signalisieren oder eben nicht.

Im Parlament in Wildeck gab es ein einstimmiges Nein zu den bisherigen Plänen. Lediglich das Mitglied der Grünen-Fraktion enthielt sich. Auch in Nentershausen gab es eine deutliche Mehrheit gegen die Pläne. Sieben Mitglieder der SPD stimmten gegen die bisherigen Pläne, zwei Mitglieder der CDU-Fraktion dafür, Enthaltungen gab es eine bei der SPD und drei bei der CDU.

Beide Gemeindevertretungen fassten den selben Beschluss: Sie lehnen ein „Durchwinken“ des Genehmigungsantrags mit den bisher vorgelegten Unterlagen ab. Sie fordern, dass der Antragssteller zunächst „unverzichtbare ergänzende Unterlagen“ vorlegt. Dabei geht es vor allem um den Schallschutz und naturschutzrechtliche Fragen. Sie fordern außerdem, dass das Verfahren nicht unter Missachtung von Gesetzen verkürzt betrieben wird.

Die Gemeindevorstände wurden beauftragt, weiter alle möglichen rechtlichen Schritte einzuleiten, falls den Forderungen der Parlamente nicht nachgekommen wird.

Der von den Gemeinden beauftragte Rechtsanwalt hatte am 10. August zum ersten Genehmigungsantrag Stellung genommen und fehlende Unterlagen und die Art des Verfahrens kritisiert. Offensichtlich hat Abo-Wind daraufhin die Unterlagen erheblich überarbeitet. Am 8. November wurden die Gemeinden aufgefordert, zu dem überarbeiteten Antrag binnen kurzer Zeit Stellung zu nehmen. Auch dieser veränderte Antrag enthält nach Ansicht des Anwalts massive Mängel.

Abo-Wind will einen neuen, bisher unerprobten Typ von Anlagen errichten mit einer Leistung von 4,2 Megawatt pro Anlage, einer Turmhöhe von 166 Metern, Rotoren von 150 Metern und damit einer Gesamthöhe von 241 Metern.

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