Nimmt heute Abschied von ihren Fans

Wirbelwind auf der Bühne: Leonie Wagner (16) ist Funkenmariechen beim ObersuhlerCarnevalverein (OCV)

Tanzt von Kindesbeinen an: Funkenmariechen Leonie Wagner (16) verabschiedet sich heute von ihren Fans. Sie geht demnächst für ein Jahr in die USA. Fotos: Wilfried Apel

Obersuhl. Wenn heute Abend beim Weiberfasching der „Fettfüchse“ jede Menge flinke Beine über die Bühne des Bürgerhauses wirbeln, sind auch die von Leonie Wagner dabei.

Die 16-Jährige tanzt von Kindesbeinen an und ist Funkenmariechen in der zehnten Kampagne eines der Aushängeschilder des Obersuhler Carnevalvereins (OCV).

Nicht nur, weil man als Funkenmariechen irgendwann zu alt ist, nimmt sie heute Abschied von ihren Fans. Sie tut es auch deshalb, weil sie die Möglichkeit hat, für ein High-School-Jahr nach Amerika zu gehen – wie ihr Bruder Niklas, der nach seinem USA-Aufenthalt das inzwischen weithin bekannte „Drumcorps BIMotion“ gegründet hat.

Begeisterung für das Tanzen und für den Karneval wurde Leonie in die Wiege gelegt. Vater Martin, der 2019 sein 30-jähriges Bühnenjubiläum beim OCV begeht, und Mutter Susanne haben sich beim Tanzen kennengelernt. Weil Tanzen beim OCV schon immer eine große Rolle gespielt hat, ist Leonie wie selbstverständlich mit Trainieren, Bühne-Aufbauen, Tanzen, Feiern und Bühne-Abbauen groß geworden. Das Kinderballett war ihre erste Station, und als ihre spätere Trainerin Manuela Sauer sie fragte, ob sie nicht Lust habe, als Funkenmariechen zu tanzen, sagte sie ohne Zögern zu. Als Siebenjährige verzückte sie die Obersuhler dann als Solistin: „Auf einmal war alles ganz anders. Ich war auf mich allein gestellt und wahnsinnig aufgeregt!“ Aber schon damals stellte Leonie schnell fest: „Wenn ich auf der Bühne stehe und drauflos tanze, ist die ganze Aufregung weg.“

Spagat in der Luft

Über die Jahre wurden aus Tänzen mit einfachem Spagat Aufführungen mit Stehspagat („Man schwingt das rechte Bein mit viel Schwung nach oben und hält es im Stehen fest.“), die Leonie mit Hilfe ihrer Trainerinnen Manuela und Nadine Sauer immer weiter perfektionierte und mit toll anzuschauenden Elementen variierte. Vorwärts, rückwärts, mit Brücken, Überschlägen, Saltos – das Ganze harmonisch und zur Musik passend verbunden. So als wäre alles gar nicht anstrengend, nur ein Spiel voller Spaß und Leidenschaft: So begeisterte sie ihr Publikum. Dass sie dafür nach einem Vierteljahr Karnevalspause den Rest des Jahres regelmäßig trainieren muss, versteht sich von selbst.

Spagat: Leonie Wagner im Alter von zehn Jahren auf der Bühne.

Aber das macht Leonie mit dem blau-weißen Hut, dem disziplinierten Funkenmariechen, nichts aus. Nebenbei tanzt sie noch im rot-weißen Kostüm der Präsidentengarde, mischt beim Drumcorps BIMotion als Beckenspielerin und in der Schulband als Keyboarderin mit.

Bei allem Glanz auf der Bühne ist sie im normalen Leben eine auf Schminke und Glamour gerne verzichtende und, wie Mutter Susanne verrät, schon mal „im Chaos entspannendes“ junges Mädchen. (apl) 

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