Weitere Ideen für Wildecker Tal

Sanierung der Schlossruine Blumenstein soll dieses Jahr fertig werden

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Ein Ort mit besonderer Atmosphäre: Die Schlossruine Blumenstein wird saniert. 

Sie hat sich über Jahre hingezogen – dieses Jahr soll die Sanierung der Schlossruine in Wildeck abgeschlossen werden. Und es gibt weitere Ideen.

Als wichtiges bauliches Zeugnis und Kulturdenkmal der hessischen Geschichte will das Land Hessen die Schlossruine Blumenstein im Wildecker Tal vor dem Verfall bewahren. Die Sanierung zieht sich über Jahre hin. Ende des vergangenen Jahres ist der dritte Abschnitt der Bauarbeiten abgeschlossen worden. In diesem Jahr soll die Sanierung fertig sein. Außerdem gibt es weitere spannende Pläne für das Tal. Hier die wichtigsten Fakten zu dem Thema.

Was ist bisher auf der Baustelle passiert?

Die Schlossruine ist Teil des Wildecker Tals, das in der Nähe des Wildecker Ortsteils Raßdorf liegt. Das Jagdschloss war 1727 gebaut worden – auf den Grundmauern der seit dem 16. Jahrhundert verfallenden Burg Wildeck. Die Sanierungsarbeiten haben im Herbst 2016 begonnen. Die Mitarbeiter der Fachfirma haben bisher die Reste der Grundmauern instand gesetzt. Außerdem ist noch der charakteristische Torbogen des Schlosses erhalten. 2018 sind die Reste des Kellergewölbes freigelegt worden, in dem sich Erde gesammelt hatte und das mit Pflanzen zugewuchert war.

Welche Arbeiten sind für dieses Jahr geplant?

Die Sanierung der Reste des Kellergewölbes soll abgeschlossen werden. Die linke Seite des Gewölbes sollen Besucher später auch begehen können. Rechts vom Gewölbe könnte eine kleine Naturbühne entstehen. Die Zuhörer – zum Beispiel bei einem Sängerfest – könnten im Innenraum der Ruine stehen. Auch die Mauer an der Auffahrt soll in diesem Jahr saniert werden. Das berichtet Dr. Katrin Bek, die Pressesprecherin des Landesamtes für Denkmalpflege in Wiesbaden. Am Torbogen selbst wird nichts mehr gemacht – höchstens kleine Flickarbeiten.

Das Foto oben rechts zeigt einen Teil des Kellergewölbes, das in diesem Jahr noch fertig instand gesetzt werden soll. 

Wie viel Geld hat die Sanierung bisher gekostet?

Hessenforst als Eigentümer der Fläche hat bisher insgesamt etwa 175 000 Euro für die Sanierungsarbeiten bezahlt. Das berichtet Volker Neumann vom Forstamt Rotenburg.

Gibt es weitere Pläne für das Wildecker Tal?

Es gibt erste Gedankenspiele. Die historische Lindenallee, die vom ehemaligen Schloss im Tal in Richtung Inselsteich verläuft, könnte wieder reaktiviert werden. Dort ist seit 40 Jahren nichts passiert. Das Schneiden würde aber voraussichtlich 60 000 bis 70 000 Euro kosten. Wird die Allee nicht bald gepflegt, ist sie nicht mehr zu retten. Angedacht ist auch, am Weg durch das Wildecker Tal nach Bellers eine Allee mit Säuleneichen anzulegen. Auf einer Seite stehen schon Obstbäume. Auf dem Grundstück des ehemaligen Schlosses im Tal könnte eine parkähnliche Anlage entstehen. Dazu soll es Gespräche mit dem Eigentümer geben. Der romantische Inselsteich versandet. Dagegen soll etwas getan werden.

Was macht einen Besuch des Tals so lohnenswert?

Das historische Wildecker Tal wurde früher hessisches Sanssouci genannt: So beeindruckend waren die Bauten und die Parkanlagen. Wer von Hönebach nach Bosserode fährt, muss bei Raßdorf links abbiegen. Schon am Eingang des Tals wird der Besucher von einer Prinzessin empfangen. Auf einem Rundweg erzählt sie liebevoll und unterhaltsam die Geschichte des Tals auf sieben Tafeln.

Ein beschilderter Weg führt durch das Wildecker Tal und auf den Schlossberg.

Warum ist der Förderverein so wichtig?

Viel Lob gibt es vom Land Hessen für den Förderverein zur Erhaltung des Wildecker Tals (WiTa). Der Verein hat etwa 50 Mitglieder. Sie treffen sich regelmäßig zu Arbeitseinsätzen. Auch bei der Freilegung des Kellergewölbes half der Verein mit. „Wir sind froh über die finanzielle Unterstützung durch die Mitglieder. Wir würden uns aber eine noch größere Beteiligung an den Arbeitseinsätzen wünschen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Alexander Wirth. Und der Bürgermeister ist sich sicher: „Wir sind auf einem guten Weg, das Wildecker Tal im Ganzen noch attraktiver zu machen.“

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