Vor 50 Jahren eingestellt

Teuer für Steuerzahler: Ehemaliger Bergbau in Richelsdorf kostet Millionen

Der ehemalige Bergbau in Richelsdorf kommt dem Land und dem Steuerzahler teuer zu stehen.

Richelsdorf. Die Überreste des vor über 50 Jahren eingestellten Bergbaus der Richelsdorfer Hütte kommen das Land Hessen und damit den Steuerzahler heute teuer zu stehen.

Über acht Millionen Euro hat das Land bislang schon für die Sicherung der Bergbau-Altlasten und die Untersuchung der Folgen in Richelsdorf ausgegeben.

Seit 1991 hat das Land 8,34 Millionen Euro in das Projekt „Richelsdorfer Kupferhütte“ gesteckt. Das ergibt eine Bilanz der Ausgaben bis Ende 2017, die das Regierungspräsidium Kassel auf Anfrage erstellt hat. Mit den Produktionsrückständen sind der Boden und das Grundwasser stark mit Schwermetallen belastet, vor allem Arsen, Cadmium und Zink. Das ehemalige Betriebsgelände liegt 600 Meter entfernt vom Dorf. Auch die Fläche zwischen Ort und Betriebsgelände und Flächen in dem Wildecker Ortsteil entlang des Baches Weihe sind belastet. Vor allem der Bach hatte die Schwermetalle in den Ort transportiert.

Ab 1992 gab es erste Maßnahmen, die verhindern sollten, dass weitere Schwermetalle vom Betriebsgelände ausgewaschen wurden und ins Grundwasser gelangten. 1999 wurde der Bach Weihe vom Betriebsgelände wegverlegt, damit er keine weitere Giftfracht mehr abtransportieren konnte. Seit 2010 sorgt eine Grundwasser-Sanierungsanlage dafür, dass keine Schwermetallfrachten mehr ins Grundwasser gelangen. Pro Jahr filtert die Anlage etwa eine Tonne Zink und zehn Kilogramm Kadmium und Arsen aus dem Wasser. Allein der Betrieb dieser Anlage kostet das Land pro Jahr 80.000 bis 100.000 Euro.

Seit Herbst 2016 ist bekannt, dass auch Richelsdorf selbst betroffen ist. Es folgten umfangreiche Untersuchungen von Grundstücken und Grundwasser. Auch die Dorfbewohner konnten sich untersuchen lassen.

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