Idee ist ein US-Import

Voller Fokus aufs Trommeln: Obersuhler Drumcorps BIMotion will weiter wachsen 

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Junge Perkussion-Band aus der Region: Das Drumcorps BIMotion aus Obersuhl hat in der Zukunft noch einiges vor und will weiter wachsen.

Wer das Obersuhler Drumcorps BIMotion erlebt, sollte Ohrstöpsel tragen – wegen der Lautstärke. Wer sind die Trommler, die zuletzt bei Sport&Show auf sich aufmerksam gemacht haben?

Wir haben die Formation besucht. Die Idee, nur auf Trommeln zu setzen, brachte Bandleiter Niklas Wagner von einem Auslandsaufenthalt in den USA mit über den Großen Teich nach Wildeck: Der Obersuhler spielte von 2015 bis 2016 in einer Highschool-Marching-Band in der Nähe von Seattle – mit über 200 Musikern. „Diese Bands gehören in den Vereinigten Staaten zum Schulalltag dazu“, sagt Wagner. „Wenn ein American Football- oder Basketballspiel anstand, waren wir mit dabei“, ergänzt der 20-Jährige.

Weil er bereits seit zehn Jahren Schlagzeug spielt und einige Musiker kennt, fragte er im Bekanntkreis, ob Interesse an der Gründung einer Perkussion-Formation bestünde. Daraus ging im Oktober 2016 BIMotion hervor. 

Dabei seien Außenstehende zu Beginn nicht vollends von der Idee überzeugt gewesen: „Gerade Ältere waren zunächst skeptisch. Dass dann alles so gut geklappt hat, hätte ich nicht erwartet“, sagt Wagner. Klein hätte man angefangen, scherzt der 20-Jährige: Von dreiminütigen Auftritten hätte man sich mittlerweile bis auf eine Spielzeit von einer halben Stunde gesteigert.

Hochkonzentriert: Das Drumcorps um Bandleader Niklas Wagner (links) bei der Probe.

Der Erfolg gibt dem Drumcorps recht: Dafür sprechen allein 36 Auftritte im vergangenen Jahr. Darunter Highlights wie der Hessentag in Korbach und natürlich Sport & Show in Rotenburg.

Musikalisch kommen die Titel von BIMotion aus den Genres Pop und House. Als Coverversion spielen sie unter anderem die Titel „Played A Live“ von Safri Duo und den Song „Intoxicated“ von DJ Martin Solveig. Ansonsten setzen die Obersuhler weitgehend auf eigene Kompositionen. 

Auch weil es nicht einfach sei, Songs nur mit Trommeln zu adaptieren. „Das Schwierigste ist die Synchronität, denn dadurch, dass wir nur Trommeln haben, hört man jede Unregelmäßigkeit“, sagt Wagner. „Es ist nicht einfach nur Schlagzeug spielen – auch wenn das Viele denken“, ergänzt er.

Feuersäulen und Aufstellungswechsel: Die Showeinlagen nehmen zu

Weil sie musikalisch mit den Trommeln irgendwann an Grenzen stoßen würden, setzt das Drumcorps bei seinen Auftritten auch vermehrt auf Showeinlagen: So wird über Trommeln gelaufen, über Kopf gespielt, mit Feuer gearbeitet oder blitzartig die Aufstellungsformation gewechselt.

Mittlerweile ist die Formation auf 18 Mitglieder angewachsen. Der Jüngste ist zwölf, der Älteste 40 Jahre alt. Ihre nächsten Ziele? Auf 40 Mitglieder anwachsen, um mehr Auftritte spielen zu können und beim Hessentag in Bad Hersfeld dabei zu sein.

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