Gebote auch per Telefon möglich

Mindestgebot 9000 Euro: Bahnhof Obersuhl samt Grundstück wird versteigert

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Trostlos: Früher wurden in dem Bahnhofsgebäude in Obersuhl Fahrkarten verkauft. Genutzt wird es aber seit Jahren nicht mehr. Unbekannte haben Graffiti an die Wände gesprüht, der Putz blättert. Heute könnte das Häuschen samt Grundstück, das von Bahnkunden als Parkplatz genutzt wird, einen neuen Besitzer finden. 

Seit vielen Jahren steht das ehemalige Bahnhofsgebäude in Obersuhl leer. Jetzt kommt es samt Grundstück in Berlin unter den Hammer. Mitsteigern ist auch am Telefon möglich.

Das Berliner Auktionshaus Karhausen will das vermutlich aus den 1960er Jahren stammende Häuschen am heutigen Freitag ab 12 Uhr bei einer Sammelauktion in Berlin an den Höchstbietenden versteigern. Das Mindestgebot beträgt 9000 Euro.

„Die Nachfrage ist zwar noch überschaubar“, sagt Auktionator Matthias Knake auf Anfrage unserer Zeitung, „Bahnhöfe bleiben bei unseren Auktionen aber in der Regel nicht übrig.“ Deshalb sei er optimistisch, dass die Losnummer 38, mit der Gebäude und Grundstück zusammen aufgerufen werden, einen Abnehmer findet.

Ein Schmuckstück sieht anders aus

Ein Schmuckstück ist das Gebäude, das direkt am Gleis liegt, allerdings nicht. So heißt es dann auch im Auktionskatalog, dass das Häuschen mit 85 Quadratmetern Nutzfläche „feuchtigkeits-, putz-, mauerwerks-, vandalismus- und leerstandsbedingte Schäden“ habe sowie nicht beheizbar und in einem „modernisierungs- und sanierungsbedürftigen Zustand“ sei.

Verwildert: Auf dem Grundstück – hier hinter der Lärmschutzwand – wachsen seit Jahren ungestört Sträucher und Unkraut.

Hinzu kommt das 1149 Quadratmeter große Grundstück. Angepriesen wird es in Berlin als „ungleichmäßig geschnittenes, lang gezogenes Grundstück, größtenteils mit Strauch-, Baum- und Wildwuchs“. Genutzt wird das Grundstück zudem „ vertragslos als Parkfläche“, wie es im Katalog heißt – hauptsächlich von Bahnkunden.

Gemeinde: "9000 Euro sind uns einfach zu viel"

„Auch uns sind Gebäude und Grundstück angeboten worden“, sagt Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth. Die Gemeinde habe jedoch vorerst keinerlei Interesse gezeigt. „9000 Euro sind uns dafür einfach zu viel“, sagt Wirth, der sich noch gut daran erinnern kann, dass in dem Bahnhofsgebäude einst Fahrkarten verkauft wurden. Nun soll es selbst verkauft werden. 

Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth

Laut Bahn ist es „nicht mehr betriebsnotwendig“, wie eine Sprecherin mitteilt. Viel interessanter aus Sicht des Bürgermeisters ist ohnehin das Grundstück. „Uns ist wichtig, dass die Parkplätze erhalten bleiben.“ Schließlich stellen zahlreiche Bahnkunden, die von Obersuhl mit dem Zug nach Bebra oder Eisenach fahren, ihr Auto dort ab.

Wirth bezweifelt, dass das Gebäude verkauft wird. Er betont aber, nach der Auktion mit der Bahn in Kontakt bleiben zu wollen. „Sollte es nicht weggehen, wird es ja vielleicht günstiger.“

Hintergrund: Das sind die Bietbedingungen

Die Auktionen beginnen am Freitag, 7. Dezember, um 12 Uhr in Berlin (Friedrichsstraße 180). Das Auktionshaus Karhausen versteigert insgesamt 62 Objekte aus ganz Deutschland, darunter Mehrfamilienhäuser, Gewerbeflächen, Bauernhöfe, Waldflächen – und ehemalige Bahnhofsgebäude. Interessenten können persönlich vor Ort, aber auch telefonisch mitbieten. 

Die Courtage, also die Auktionsgebühr, beträgt bis zu einem Höchstgebot von 9999 Euro 17,85 Prozent, sinkt dann aber, je höher die Gebote werden. Ab 60 000 Euro werden noch 7,14 Prozent fällig. Die sogenannte Bietungssicherheit beträgt zehn Prozent des Zuschlages, mindestens aber 2000 Euro. 

Wer nicht persönlich bietet, muss einen Identitätsnachweis sowie die Steueridentifikationsnummer vorlegen. Der Kaufpreis wird je nach Gebotsart vier bis sechs Wochen nach Zuschlag fällig. Mehr Infos und die Exposés mit ausführlichen Beschreibungen gibt es im Internet.

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